Archive for the ‘kneipen & kapazitäten’ Category

Der richtige Zeitpunkt

Montag, August 23rd, 2010

Ein Text über Liebe, Freundschaft und das Erwachsenwerden. Oder vielleicht auch nicht.

Die letzten beiden Wochenenden waren voll von magischen Momenten, weswegen es mir bis jetzt nicht gelang, sie auch in Worte zu fassen. Da wäre das Open Flair, das ich nur zum Campen aufsuchte. Und ich muss sagen: Scheiße nein, ich werde nie wieder nur zum Campen auf ein Festival fahren, das ist der größte Unsinn, den man machen kann. Denn man verblödet heimlich still und leise auf dem Campinggelände, während andere sich wenigstens bei der Musik ein bisschen abreagieren können.

Apropos Musik…

Scheißekalt war´s, abgesehen von der Nacht zum Samstag, aber da machten die Temperaturen mir nichts aus, was möglicherweise am Alkoholpegel lag. Ich begründe übrigens die Tatsache, dass ich diesmal nicht um 00.35 Uhr schon in meinem Zelt gelegen und friedlich geschlummert habe, damit, dass meine körperliche Leistungsfähigkeit stark… also wirklich ganz ganz stark zugenommen hat.

Wenn ihr mich jetzt fragen würdet, was ich drei Tage lang überhaupt gemacht habe, würde ich auf dieses Video hier verweisen.

Das ist John. Voll laser wie er abgeht. Und ich möchte einfach mal für die ganze Gruppe sprechen, wenn ich sage: Wir lieben John. Ich würde ihn nicht als klassischen Kaputten bezeichnen, seine Awesomeness ist viel komplexer und, wie gesagt, nicht so leicht in Worte zu fassen. Allerdings gäbe es da in Bezug auf John trotzdem etwas, das ich gerne sagen möchte.

Sebassssstian!!!!!! Mmmmmhhhh!!!!!!!

Ich habe es selten erlebt, dass ich einen akuten Lachkrampf bekomme, nur weil jemand schön hinfällt oder Tiergeräusche macht. Man fühlt sich schlagartig ins Kleinkindalter zurück versetzt und mir ist bisher nicht klar, ob es daran liegt, dass die Systeme ohnehin tagelang im Sparmodus laufen, was sich vor allem auf Denkvermögen und Sprachzentrum auswirkt, oder ob es wirklich so lustig ist.

Was habe ich also mitgenommen von diesem Open Flair 2010? Nun, rosafarbene Spongebob-Tshirts stehen wahrlich nicht jedem. Es gibt wirklich Menschen, die gehen barfuß auf ein Dixi-Klo (wtf). Und es ist immer so, dass auf Festivals, Jugendfreizeiten oder Klassenfahrten im letzten angebrochenen Drittel der Zeit alle komisch werden und irgendwie das Beste aus sich rausholen.

Was jedoch viel wichtiger ist: Nach dem Open-Flair-Wochenende, kam das Birthday-Bash-Wochenende, das sich nur mit Worten wie “Außerirdische”, “Bewusstseinserweiterung” und “feindliche Übernahme” erklären lässt.

Dome feierte also seinen 25ten Geburtstag. Und zunächst war alles unauffällig. Mit unauffällig meine ich, dass die, von denen man es kennt und erwartet, die Tanzfläche belagerten und die, von denen man es kennt und erwartet, an den Stehtischen ausharrten. Faszinierenderweise trafen in dieser Scheune ja viele unterschiedliche Gruppen mit unterschiedlichem sozialen Hintergrund aufeinander. Das war wahnsinnig aufregend.

Zum Beispiel ereignete sich zwischen Dome´s PPP-Buddy Niklas, mit dem er bald eine WG in Reutlingen gründen wird, und mir folgender Dialog, dessen Witz man nur verstehen kann, wenn man ich oder jemand vergleichbares ist. Oder arbeitslos. Oder was weiß ich. Also, folgender Dialog:

Niklas: “Was studierst du so?”
Franzi: “Ich studiere nicht. Ich arbeite.”

Da hab ich mich erstmal innerlich überschlagen vor Vergnügen und mir gewünscht, dass irgendjemand jetzt um die Ecke kommt und die Zutaten für den Geoffrey endlich zusammen hat und wir uns alle zusammen vor eine Wand aus Fell stellen und endlich anfangen zu leben. Anyway… ich glaub der Niklas ist ein guter Typ. Vielleicht hätte der Dome ihm vorher mal sagen müssen, dass er mich so ziemlich alles fragen kann, außer was ich studiere.

(Ich bin Gelegenheits-Soziologie-Studentin. Und meine Gegenfrage auf all eure Fragen lautet: “In welcher Welt lebt ihr und wenn ja, ist es da schön?” Ein Diplom oder etwas Vergleichbares hab ich nicht nötig, ich war schon immer immun gegen Gruppenzwang.)

Dome´s Rede wurde von Greifvögelgeräuschen unterbrochen und die universelle Frage, die bereits relativ zu Anfang die Partyrunde beherschte, war “Was, Pimmel, was?” Und wenn ihr einfach mal ein bisschen einlenken, zur Ruhe kommen, in euch reinhorchen würdet, dann würdet ihr erkennen, dass es oftmals keine andere Möglichkeit gibt, als den Bemerkungen anderer Leute mit einem grundsoliden “Was, Pimmel, was?” zu begegnen.

Doch wir waren bei den Außerirdischen… und irgendwann um Mitternacht herum passierte etwas. Wie erkläre ich das jetzt? Es gibt noch nichtmal Fotos davon. Also, es passierte etwas. Ich kam vom Klo wieder. Und da lief grad dieses Lied. Dieses dödödödödödamdam. Ihr wisst schon. Und drei, vier Stunden später haben wir uns dann ein Taxi bestellt, nachdem ich mir mit Hermann und Benni R. noch den übelsten Kokosscheiß geteilt habe und währenddessen im Hintergrund Musik des A-Teams lief. Ich liebe es, wenn ein Plan weder funktioniert, noch sonst irgendwas, sondern sich in einer Weise verselbstständigt, die allen die Augen öffnet.

Wie erklärt man unbeteiligten Lesern, dass sich auf der Tanzfläche, drölf, sechzehn verschiedene Tanzstile zu einer großen Spacko-Parade vereinten, von der man unseren Kindern noch erzählen wird, die in dieser Nacht über unseren Köpfen gezeugt wurden.

Ja, das weiß ich auch nicht, jedenfalls war das die großartigste Party des Jahres und jeder, der sie vorzeitig verließ oder gar nicht erst aufsuchte, den hat das natürliche Ausschlussverfahren ohnehin nicht berücksichtigt.

Was mich zum nächsten Tag führt. Was mich nach Röddenau führt. Was mich in das Maisfeld führt. Denn das Maisfeld ist der Rede wert. Ich will euch jetzt mal was sagen. Nie hat ein Mensch es mehr verdient, gefeiert zu werden, als ich in diesem Moment.

Und es ist mir egal, dass das Tierfutter ist und dass man das eigentlich nicht macht. Und dass meine Stiefel am nächsten Tag ausgesehen haben wie Sau. Ich habe einen Köpper in das Maisfeld gemacht, eigentlich mehrere Köpper, und das war richtig gut. Jetzt noch ein kleiner Tipp an den Veranstalter. Wenn ihr die Bands in Zukunft genau zwischen Pommesbude und Toilette positioniert, habt ihr volles Haus. Weil gegessen wird immer. Und das andere auch.

Man könnte meinen, dieser Text entstand im Delirium. Aber nein, ihr irrt gewaltig. Und nun stellt eure Scheiß Computer aus, geht vor die Tür und feiert euch mal wieder ein bisschen selbst.

Ein stabiles Wochenende

Montag, Juni 28th, 2010

Freitag. Ich will eigentlich auf ein Fest in die Heimat. Wegen Nostalgie und so. Bleibe dann aber zu Hause und tue Hausfrauendinge. Mein Nachbar brüllt mir von seinem Garten aus zu wie er heißt, was er macht und wieviel er an Kaltmiete bezahlt. Ich hab ihn gar nicht gefragt, aber ich will auch nicht als blöde neue Nachbarin dastehen. Ich benehme mich anständig, zupfe an meiner Grünpflanze die braunen Stellen ab, er lädt mich für die Zukunft auf ein Bier ein, ich fürchte mich. Später liege ich wach, stundenlang, und stelle mich schließlich eine halbe Stunde lang ans Fenster um Teenagern mit Sprachfehlern dabei zuzusehen wie sie schräg gegenüber Teenagerdinge tun. Sachen auf ein Vordach werfen, grölen, sich wie doll gebärden um Mitglieder des anderen Geschlechts zu beeindrucken. Später kommen noch andere auf Fahrrädern dazu, die Dialoge werden interessanter und ich freue mich innerlich, ausgerechnet dort zu wohnen, weil es einfach wahnsinnig aufregend ist.

Dann versinke ich in eine unruhige Einschlafphase, aus der ich gegen 1 Uhr schnell wieder herausgerissen werde, weil das Telefon klingelt. Man ist erstaunt, mich schlafend vorzufinden, ich wollte doch aufs Dorffest. Ich erwiedere, dass ich da irgendwie doch nicht bin, sich aber stattdessen vor meiner Tür seltsame Dinge abspielen und werde gefragt, ob ich noch kurz rumkomme. Ich bin ein bisschen müde, suche im Halbschlaf meine Jogginghose und setze mich nochmal kurz ins Auto. Im Garten leuchten zwei Dutzend Kerzen, es ist noch warm genug um im Pulli draußen zu sitzen und als ich drei Stunden später wieder die fünfhundert Meter nach Hause fahre, bin ich froh, nicht im Bett geblieben zu sein.

“4 Uhr ist die schönste Stunde des Tages.”, hatte ich gesagt und kurz bevor ich mein Auto parke, drehe ich noch eine Runde durch die Stadt, freue mich, dass über den Feldern der Nebel liegt und frage mich ob jemand außer mir weiß, dass 4 Uhr die schönste Stunde des Tages ist. Irgendwie bin ich glücklich. Um 4 Uhr 10 stehe ich neben meinem Auto und wundere mich, dass mitten in der Innenstadt, selbst wenn es nur eine kleine Stadt ist, die Vögel singen. In einer unglaublichen Lautstärke. Ich beschließe, das Lied aufzunehmen in die Liste der besten Songs meines Lebens, schließe die Haustür auf, stehe auf dem Balkon mit einem Nutella-Toastbrot, das Konzert ist hier noch lauter, weil den Nachbarn dieser wunderschöne große Garten gehört. Das Toastbrot schmeckt wunderbar und ich schwöre euch, im Sommer ist 4 Uhr die schönste Stunde des Tages.

Samstag. Ich liege bis 14 Uhr im Bett und bis 18 Uhr auf dem Balkon. Liegen ist schön. Später stehe ich an der Theke. Freue mich, dass mein alter Herr so gut erholt aussieht und man sich noch mit Leuten unterhalten kann, die man irgendwie lange nicht gesehen hat.

Sonntag. Ich beschwere mich, dass meine Mutter den Saft nie in den Kühlschrank stellt und man ihn warm trinken muss. Meine Schwester beschwert sich, dass wir immer alle gleichzeitig reden müssen. Ich nicke zustimmend. Mein Vater findet, dass das eine Zeitersparnis ist und wir mehr Zeit fürs Frühstück haben, wenn wir alle gleichzeitig reden. Später kommt er noch mit der Erkenntnis, dass man ab und zu mal eine Kuh versaufen kann, aber nicht jeden Tag ein Kälbchen.

Zuhause beschallen Monrose die Wohnung, während ich unter der Dusche stehe. Ich mag ihren aktuellen Song, tschuldigung, es liegt sicher an den Temperaturen. Mir wird bewusst, dass der Typ, der unter mir wohnt, mich für bekloppt halten muss.  Ich lackiere mir die Fußnägel in blau, was mir später zum Verhängnis werden wird. Der Tag wird sich in eine legendäre Richtung entwickeln, was mir gegen halb zwei noch nicht bewusst ist.

Auf dem Obermarkt ist weniger los als sonst und die Sonne blendet. Um zwanzig vor vier beschließe ich, die erste Halbzeit des Fußballspiels zu Hause zu gucken, weil ich da wenigstens sehe was auf dem Rasen vor sich geht, und anschließend eine Grillrunde in Ernsthausen aufzusuchen. Deutschland geht deutlich in Führung, alle sind glücklich,  doch als Gomez eingewechselt wird, fürchte ich mich ein bisschen davor, dass jetzt irgendetwas schreckliches passiert und die Engländer hintereinander 4 Tore schießen. Aber die Engländer weigern sich weiterhin, Fußball zu spielen und alles wird gut.

Zurück in Frankenberg erlebe ich etwas.  Nachempfinden kann das niemand, erzählen kann ich es auch nicht so, dass man es verstehen kann. Vielleicht sollte ich einfach ein paar Satzfetzen einwerfen…

1. “Fruchtig.” – “Cremig.” – “Fruchtig.” – “Cremig.” – “Fruchtig!” – “Cremig!” … [to be continued]

2. “Ich wollte eigentlich nicht lang in Frankenberg bleiben.” – “Wie lange bist du jetzt schon hier?” – “So zehn Jahre.” – “Und wo wolltest du ursprünglich hin?” – “Nach Köln.” – “Da ist wohl irgendwas falsch gelaufen.”

3. Blick auf die blauen Fußnägel. “Bist du Schalke-Fan?” – “Um Gottes Willen, nein.” – “War dein Exfreund mal Schalke-Fan?” – “Exfreund? Hab ich nicht. Alles was bei mir länger als zwei Jahre her ist, ist nie passiert.” – “Das ist bei mir auch so!” High Five.

4. “Wenn Deutschland Weltmeister wird ist doch hier in Frankenberg die Infrastruktur erstmal drei Tage lang lahmgelegt. Die zünden noch aus Versehen irgendwas an.”

5. “Wenn du errätst, was das erste sein wird, was ich mache wenn ich wieder zu Hause bin, dann geb ich dir ein Bier aus.” – “Du wirst dir die Fußnägel umlackieren.”

Ach scheiße, man kann das nicht erzählen. Man muss es erlebt haben. War ein gutes Wochenende. Und beim nächsten Mal werd ich die Farbe meiner Fußnägel auf die Farbe meines Rocks abstimmen. Versprochen. Was ich außerdem verspreche: Dass wir keine Suff-Freundinnen werden :)

Achso… hier… Monrose jetzt. War klar, oder?

Wochenende

Montag, April 26th, 2010

In Stichpunkten. Freitagabend unnatürlich wach. Normalerweise bin ich doch um halb elf schon totmüde. Kulturschock – nach Johnsen Monsen nun auch Bekanntschaft mit Bechir gemacht. Einmal komplette Psychoanalyse. (Ergebnis: Komisch sind viele, bizarr sind die wenigsten). Im Auto kann ich L. durch Zufall davon überzeugen, dass Steve Aoki ein guter Typ ist. O. voll. Shake and pop. Milchschnitte fein.

Frisörtermin Samstags um 8 Uhr. Selten dämliche Idee. In Ernsthausen gibt es keinen Wendehammer an dem ein Trailer steht. Entsprechendes finde ich in Bottendorf. + Bier. + Mett. Schön. Apropos: Ich hab die Haare schön und setze mich in die Sonne. Fehler. Eigentlich wollte ich noch an die Arbeit. Setze kurzfristig meine Prioritäten neu. Führe Gespräche, die man normalerweis nur aus “Dawson´s Creek” kennt. Alles, was über 17,2 geht, ist überflüssig undsoweiterundsofort. Möchte mich amtlich umbenennen in “Manzii”. John hat einen guten Hintern. Ich habe irre viel Lichttechniker-Talent.

Deine Mudda wollte noch den Trailer drehen.

Bechir – ich wollte ihm vorabends gegen viertel nach elf noch krass verhauen – und ich haben nun einen eigenen Handschlag. Cooler als der von C. und O. Apropos O. – Der ist immer noch voll. Abends grillen. Es stellt sich abermals heraus, dass Norbert H. der coolste Tüüp auf der Welt ist. Schon allein, weil er B. und mich die letzte Flasche gute Schmugglerware trinken lässt.

Schnaps oder Alkohol?

Ins Bonkers schaffe ich es leider nicht. Was nicht tragisch ist, weil da eh nur Jan Wayne und komische Vögel rumlaufen. Gegen viertel nach zwei in der Nacht wache ich aus meinen Fieberträumen auf, checke die Lage (Wo bin ich? Wer bin ich? Wo ist mein Handy?) und fahre nach Hause.

Sonntag. Satz des Tages: “Die Elli hat so Probleme mit den Knochen, die liegt den ganzen Tag auf der Treppe.” Beschließe einen Roman über Rentner zu schreiben und dies wird der einleitende Satz. Adieu.

Feststellungen

Dienstag, Februar 16th, 2010

1. Ich werde mich nie wieder aus Nächstenliebe dazu überreden lassen, mit zum Skispringen nach Willingen zu kommen. Sicherlich tue ich vielen hiermit Unrecht, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass dort nur Verzweifelte rumlaufen. Denn nur verzweifelte Menschen haben Spaß dabei, Unmengen an Alkohol zu konsumieren, sich den Arsch abzufrieren, vollgeseichte Toiletten aufzusuchen und andere Verzweifelte zu treffen. Zuletzt war ich 2006 da und danach zurecht gar nicht mehr. Zu hohe Eintrittspreise, zu viele Geisteskranke. Ich tu´s nie wieder. 2010 war das letzte Mal. Ich schwör.

2. Ich werde überhaupt nie wieder einen Fuß nach Willingen setzen. Dieser Ort ist für mich das nackte Grauen. Siggi´s Hütte. Das Brauhaus. All diese Dinge. Wir sind uns vollkommen einig, wenn ich sage: Willingen ist das Sin City von Nordhessen. Nur ohne Nutten und Kokain. Ich schwöre bei Gott, ich werde nie wieder hinfahren. Ich kriege ja schon allein einen Koller, wenn ich an diesem Lift stehe und vor mir stehen drei aufgedonnerte hysterische Familienmuttis. Hast du in Sin City Willingen einen Ort gefunden, der dir nicht ganz so beschränkt vorkommt, bist du garantiert mit Leuten unterwegs, die sich sofort magisch von irgendetwas anderem, abscheulichen angezogen fühlen. Ich meine… du kannst da irgendwo sitzen, in gemütlicher Atmosphäre, und dir mit Mojito die Kante geben und so dahin getragen werden auf ein Gefühl, das dir vollkommene selige Ruhe vermittelt… und dann… peng… möchte jemand eine Kneipe aufsuchen, in der jede Menge 37jährige Männer voller verzweifelter sexueller Aggressivität versuchen, dir ihre Zunge oder irgendetwas anderes in den Hals zu stecken. Obwohl du nicht mal ein Wort mit ihnen gewechselt hast. Das ist irritierend. Ich hasse es. Lasst mich. Ihr Behinderten.

3. Ich gebe euch jetzt einen Tipp: Schaut euch nie samstags “Into the wild” an und besucht montags darauf die Kölner Innenstadt, vor allem dann, wenn der Montag ein Rosenmontag ist. Ich hab “Into the wild” eine Zeit lang ignoriert und ihn mir am Samstag angeschaut und ich schwöre, ich liebe diesen Film.  Außerdem mag ich Vince Vaughn. Das ist ein Mann! Jedenfalls fiel mir, während ich mich durch ein paar geile Polizistinnen, kleine rosa Schweinchen, Cowboys und Atzentypen quetschte, auf, dass ich die Menschheit zu etwa 98% hasse. Ein denkbar ungünstiger Moment. Ich sehnte mich nach einem Boot und etwas Wasser und einem verdammten Strauch oder das Gefühl von Sand in meinen Schuhen. Hinzu kamen die zwei Arschlöcher Nässe und Kälte. Wird Zeit für euch zu gehen!!!

4. Ich habe Sonntagnacht einen Apfelstrudel gegessen, während alle um mich herum Alkohol konsumierten. Mit mir kann irgendwas nicht stimmen.

5. Ich bin glaube ich die einzige Person hier, die keine Angst vor ihrem 30. Geburtstag haben muss. Wenn ich dreißig bin, kann ich mich ein bisschen so benehmen wie jetzt und niemand wird über mich den Kopf schütteln. Ich kann dann so Dinge sagen wie “Ich würde jetzt gerne sitzen” oder “Ich friere und will dahin wo es warm ist” oder “Ich gehe nicht in diesen Club, in dem alle immer Drogen nehmen und an der Bar ficken, lasst uns eine urige nach vorne offene Kneipe aufsuchen und neue Freundschaften mit den anderen Gästen schließen.” Ich werde eine klasse 30jährige sein. Dieser Gedanke kam mir gestern auf der Rückfahrt. Ich freue mich auf 2015.

6. Party ist da lang. Hier ist nur Kräutertee.

Wie man es schafft, zum Jahreswechsel beinahe eine Alkoholvergiftung zu bekommen

Freitag, Januar 1st, 2010

Also, das geht folgendermaßen.

1. Mach klar, dass du am 31.12 den ganzen Tag über nicht besonders viel isst. Nur abends ein bisschen Salat und ein Schnitzel, das dich nur vorübergehend sättigt.

2. Zieh dir eine enge Hose an, die sich nach der ersten Altbierbowle, die du konsumierst, erbarmungslos in deine Gedärme drückt.

3. Unterdrücke die Schmerzen mit einer weiteren Altbierbowle, bis du irgendwann mit Tränen in den Augen und schmerzverzerrtem Blick feststellst, dass du dich in einem gefährlichen Teufelskreis befindest, aus dem es kein Entrinnen gibt.

4. Triff zwei Minuten bevor das Taxi dich und den Rest in eine andere Location fährt deinen Chef + Chefin + Sohn + Kumpels.

5. Sag deinen Leuten, dass du nachkommst, weil du jetzt erstmal mit deinem Chef einen trinken wirst.

6. Konsumiere genau die Menge an Jim-Beam-Cola, die deinen Gedärmen einen weiteren hysterischen Schreikrampf beschert. Ignoriere die Schmerzen und das Geschrei. Nur die Harten kommen in den Garten.

7. Wechsle die Location und trink dann noch zwei große, prachtvolle Bier.

8. Begib dich gegen halb fünf nach draußen und laufe 200 Meter zur Wohnung deiner Schwester, die sie dir für die Nacht zur Verfügung stellt.

9. Öffne die Hose, die dich neun Stunden lang zu Tode gequält hat, und falle ins Bett. Beschäftige dich nun bis 17 Uhr, in der Zwischenzeit kommt auch deine Schwester nach Hause, damit, schrittweise zu sterben.

10. Kotz unter anderem so stark mit einem so enormen Druck im Kopf, dass du davon in eine kleine Ohnmacht fällst und eine halbe Stunde später mit Nasenbluten aufwachst.

Also, das war ein lustiges Silvester. Ich weiß jetzt leider meinen Namen nicht mehr, weil mir irgendwie 2 Millionen Gehirnzellen abhanden gekommen sind, aber ich hab das Gefühl die verbliebenen fünf haben gerade irre viel Spaß. Das nächste Silvester feier ich im Frankenberger Krankenhaus an der Pforte. Oder gar nicht. Ich werde übrigens nie wieder Alkohol trinken. Tschüss.

Ach schön, das ist ja mal wieder ein Blogeintrag, den ich in der Kategorie “Kneipen & Kapazitäten” ablegen darf. Nippifippi hell yeah.

Bumsgriffe. Was zur Hölle sind Bumsgriffe?

Mittwoch, Dezember 9th, 2009

In München gibt es eine Kneipe, die sich X-Cess nennt. Sie hat eine Halterung im Klo, damit Leute beim Ficken nicht immer die Spülkästen kaputt machen. Das ist erstens innovativ und zweitens… scheiße, unabhängig von diesen Griffen, diese Kneipe find ich super. Sowas müsste es hier auch geben. In drei bis fünf Jahren werde ich das einfach mal machen und ich verspreche schon jetzt, dass diese Lokalität weder ein “Bar” noch ein “Lounge” im Namen haben wird.  Vielleicht nenne ich es “fissmann” oder so, das käme unheimlich gut. Ich bin mir sicher, es gibt dann hier eine Künstlerszene, für die das genau das richtige ist.

Wie ich darauf gestoßen bin? Gefunden hab ich es bei Phil, dann bei Niggemeier mit einem Link zu Matthias Eberl, der mit seiner Audio-Diashow über diese ganz besondere Lokalität  den Reporterpreis in der Kategorie “Beste Webreportage” gewann.

Das X-Cess war übrigens auch mal Kneipe des Jahres 2005 auf münchenblogger und die New York Times war auch schon zu Besuch.

Dialoge. Eskalationen. Jugendlichkeit.

Sonntag, November 15th, 2009

Ich glaub, es sind wieder blaue Wochen:

“Ich hab einfach so unheimlich viel Lust auf eine Pyjamaparty in der Ederberglandhalle.”

“Ist mir egal, wenn ich jetzt hier in eingetrocknetem Sperma liege. Ich will schlafen.”

“Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder? Die ist schon wieder zehn Jahre jünger als du!” – “Ja, was soll ich denn machen?” – “Ja, es dir einfach mal selbst machen.” – “Mmhh, hier ich lad dich demnächst mal zum Essen ein, wir müssen auch mal wieder reden, glaub ich.” – “Ehrlich, warum machst du´s dir denn nicht ab und zu einfach selber, mmh? Das ist manchmal auch ganz schön” – “Ja, was soll ich denn machen?”

“Was willste trinken? Wie alt bist´n? Hast du´n Freund?” (Wenn ihr die Fragen jetzt fortsetzen müsstest, würdet ihr doch auch automatisch sagen, dass jetzt nur noch fehlt “Nimmst du die Pille?”, oder?)

“Pizza stöhnseufz Pizza oh Gott ist das Gut Pizza stöhn ich liebe euch alle.”

“Wie stehst du eigentlich zu ihm?” – “Wir haben einmal gefickt, er ist irgendwie wie ein  Bruder für mich.”

“Dreht doch mal die Heizung ab, es ist so heiß hier drin!”

“Bei dir könnte ich mir vorstellen, dass du dir irgendwann einfach mal ein Floß baust und damit jahrelang friedlich auf dem Meer rumruderst.”

“Ich war heute beim Filzkurs.” Stille. “Du bist so eine krasse Persönlichkeit!!!!!”

Heath Ledger ist auch wieder die ganze Zeit barfuß auf der Party gewesen (war er beim Open Flair auch. Die ganze Zeit. Barfuß. Im Ernst… irgendwann baut der sich einfach mal ein Floß. So ein großartiger Mensch. Der gehört auch so in die Kategorie “Besoffen in den Kleintierzüchterverein in Wollmar eintreten” oder am nächsten Morgen einfach mal im Pfadfinderkostüm aufwachen).

Warum hab ich einen Lego-Hip-Hopper in meinem Portemonaie? Laura? Wieviel Geld hab ich ausgegeben? Hab ich es wirklich noch geschafft, mein Auto vollzutanken? Warum?! Hab ich mit Payback-Karte gezahlt? (Das wären ja wieder Punkte gewesen!) Warum war Chrissi wieder da und warum gab´s deswegen schon wieder Wodka für mich? (Ich hasse dich)

Und wenn das Bonkers seinen Namen einfach nochmal in “Club of scheiße tanzen” umändern würde, wäre das ein genialer Coup. Und die Wahrheit. Jedenfalls was mich betrifft. War einfach ein geiler Tag. Vorher noch in Römershausen Extreme Activity gespielt. Ich freu mich schon auf den Rest meines Lebens. Außerdem hab ich euch alle lieb.

Es ist Sonntag. Heute Kino? Southside Rockers – Jump. Oh Mann.

Prinz Pi – 3 Minuten

Montag, Oktober 12th, 2009

PRINZ PI – 3 Minuten from Keine Liebe Records on Vimeo.

Sara hat das Video auf ihrem Blog gepostet und ich muss es wie viele andere auch hier einfach mal aufgreifen. Schaut´s euch an. Und denkt mal drüber nach.

Und könnten bitte einige Leute aufhören von jeder Party zu behaupten, sie wäre der Oberhammer? Was bedeutet bitte “Oberhammer”? Ist Suff = Oberhammer?

Vor zehn Jahren, es war der Sommer 1999 und ich durfte zum ersten Mal Bier trinken und “ausgehen”, da fand eine Party statt, die war für mich der Oberhammer. In einer Gegend, wo ich schon ganz lange nicht mehr war. Ja, ich war dem nördlichen Landkreis tatsächlich mal mehr zugetan und das hat auch seinen Grund. Übrigens finde ich, dass weiter nördlich nicht so viele zerstörte Menschen rumlaufen wie hier. In Frankenberg wohnen recht viele Menschen, die ihr Elend regelrecht zelebrieren. Die sich sowas ähnliches wie Alufolie um die Brust binden und damit dann auf eine Scheiß Party gehen (auf der ich auch bin, denn – ja Entschuldigung – ab und zu geh ich auch mal auf eine Scheiß Party). Und ich mir denke: Welche Bilder in welchem Magazin hast du dir denn angeguckt, dass du jetzt damit um die Ecke kommst? (Ich glaub manchmal, manche Leute verwechseln die Do´s und die Dont´s miteinander. Und soll ich euch mal was sagen? Die Do´s sind zu 75% auch scheiße. Und langsam geht es mir auf den Sack, dass schlechter Geschmack überall so zelebriert wird. Aber ich will nichts sagen. Ich trage karierte Hemden und Chucks. Ich kauf bei H&M ein, wegen arm und so . Ich bin so mainstream und so langweilig und einfallslos, das ist schon wirklich traurig. Aber es bereitet mir persönlich einfach weniger Umstände und Kopfzerbrechen als dieser “Pocahontas on drugs”-Style oder Karneval einfach  mal ein paar Monate vorzuverlegen.  Samba de Janeiro.

Manchmal steht man so in der Menge, guckt sich das eine Weile an, sieht dabei auch aus als würde man gleich ein kleines Kind verspeisen wollen und denkt sich friedlich wiederkäuend wie ein kleines Kalb: Mensch, das ist aber klasse, dass es die Mini-Playback-Show noch gibt.

Das verwirrt mich. Ich bin unheimlich leicht durcheinander zu bringen. An so ´nem Sonntagmorgen um viertel nach drei. Wir befinden uns im Jahr 2009 – glaube ich – und ich frage mich dann immer:  Sind jetzt die 80er oder die 50er oder vielleicht auch das Mittelalter zurück? Oder sind manche Leute einfach total druff und aus Versehen auf irgendeiner Badtaste-Party hängen geblieben. Sowas gibt es ja. Ist wie mit Drogen. LSD und dann, bäm, siehst du für den Rest deines Lebens alles um dich herum in Telemagenta.

Was ist also eine gute Party? Und warum raßten immer alle aus? Und kann man nicht mal eskalieren, ohne irgendwem irgendwas in die Fresse zu hauen? Warum all die Geschlechtskrankheiten? Weshalb all die Kotze und Pisse und Blut und Schweiß und Tränen? Und überhaupt und sowieso und halligallidrecksau.

Ich werde Songwriter für Deutschrock-Bands. Wisst ihr jetzt Bescheid. Und wenn ihr mal Darstellerinnen für einen Sailor-Moon-Kinofilm benötigt, Freunde, kommt mich einfach mal besuchen, dann gehen wir mal zusammen aus und am Ende der Nacht habt ihr ganz automatisch die komplette Besetzung zusammen.

[Eigentlich wollt ich nur das Video kurz verlinken. Nunja.]

Ein unglaublich erotischer Abend im Oktober.

Sonntag, Oktober 11th, 2009

Man erfährt viel, wenn man so ist wie ich und Leuten auf die Schulter tippt, die einen angeblich ganz furchtbar schrecklich finden. Ich werde diesen komischen Wesenszug an mir noch weiter ausbauen. Ich bin wirklich wie He-Man, das ist gut.

Ganz großer Moment: Ich stelle mich vor die zwei Menschen, wegen denen ich Ende Dezember 2008 so eine Art supergalaktischen Heulkrampf hatte, um danach erfolgreich zu beschließen mich von niemandem mehr ärgern zu lassen, und sage halbvoll “Ihr zwei, ihr seid geil.” Der eine guckt mich an und grinst und der andere guckt mich an als wolle er mir irgendwas vor den Kopf hauen. Und ich denke an überhaupt gar nichts. Das ist ja das Großartige.

Ich hab gestern zwölf Euro ausgegeben. Zwölf. Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen. Lasst euch auch im übertragenen Sinne mal all die Getränke die ich trotz “nur zwölf Euro” konsumiert habe, mal auf der Zunge zergehen. Wuäh. Ein Traum.

Man kommt da an und kriegt gleich von irgendwem halb die Zunge in den Hals gesteckt. Ich finde das schön. Beim nächsten mal legen wir uns dabei hin.

Ich will mit ihm schlafen, glaub ich.

Ich finde “Ein unglaublich erotischer Abend im Oktober” ist eine wahnsinnig gute Überschrift.

Ich glaub ich habe einen Filmriss.

Heute Nacht in einem wahnsinns Zustand noch “Soft Cake Orange” Plätzchen an der Aral-Tankstelle gekauft. Mir war einfach danach. Wie ich da so friedlich mit meiner Kekspackung an der Kasse stand… da hätten sich neben mir ein paar Leute verprügeln können, ich wäre einfach friedlich da stehen geblieben.

Ich bin ein guter Mensch.

Ich weiß auch jetzt, wieso ich Männer kennen lerne, was der Sinn von all dem ist. Außer Ficken und Liebe meine ich. Es hat musikalische Hintergründe.

Sonja, wo warst DU eigentlich?

Noch ein Gläschen mehr und ich hätte mit einer Person weiblichen Geschlechts rumgemacht. Viele Menschen hätten das toll gefunden.

Apropos rummachen: Es war nichts. Ich find mich sensationell. Rein gar nichts. Einfach nur fantastisch. Man könnte mir Leute auf den Bauch binden, und wir wären beste Kumpels, kein Mu, kein Doing (wie es andersrum ist, weiß ich nicht, ist auch egal). Ich sag ja, ich bin wie He-Man. Ich bin eine Gebetsschwester. Ich bin ein absolutes Wunderkind.

Ich möchte eine Pyjamaparty in der Ederberglandhalle.

Wie ich hier einfach sitze und mit einer souligen von Bier geprägten Stimme singe “I can see clearly now, the rain is gone” – Scheiße, ich muss damit auf die Bühne, warum hab ich diese Singstimme immer nur am nächsten Tag nach dem Aufwachen?

O-Ton Olli gestern Abend bevor es los ging: “Wir sehen uns morgen früh!”

Jetzt ein Lieblingslied.

Hallo? Ist da wer? Hört mich jemand?

Sonntag, September 20th, 2009

Sonntag, 20.09.2009, 18 Uhr. Franziska S. in “Aus der Ohnmacht erwacht.” Ein Film über die schweren körperlichen und psychischen Folgen des Alkohols. In den Nebenrollen Likör 43, Milch, Bacardi und Razz.  Mit hilfreichen Tipps, wie man mit 60 Euro die Reise antritt und mit 37 Euro wieder nach Hause kommt, sich aber fühlt als hätte man sein gesamtes Monatsgehalt versoffen.

An die bedeutendsten Dialoge kann ich mich nicht mehr erinnern. Naja, zumindest tu ich einfach mal so. Es gab auch keine, glaub ich. Wie ich mein Auto heute Mittag nach Hause gefahren habe ist auch eine Kunst für sich. Das Leben ist ja allgemein ne Kunst für sich.

Der Satz des Tages ist von mir, ich find ihn einfach gut gewählt. “Ach hallo, na das ist aber schön, dass zumindest rein theoretisch endlich was bumsbares hier ist.”

Warum denk ich eigentlich irgendwann immer, dass alle Leute weg sind und am nächsten Tag werde ich gefragt warum ich denn so früh weg war. Ja keine Ahnung, ich hab niemanden mehr gesehen, verpasst hab ich wahrscheinlich auch nichts außer meine eigene Alkoholvergiftung. Zurecht. Auf Wiedersehen.