Archive for the ‘kneipen & kapazitäten’ Category

Feststellungen

Dienstag, Februar 16th, 2010

1. Ich werde mich nie wieder aus Nächstenliebe dazu überreden lassen, mit zum Skispringen nach Willingen zu kommen. Sicherlich tue ich vielen hiermit Unrecht, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass dort nur Verzweifelte rumlaufen. Denn nur verzweifelte Menschen haben Spaß dabei, Unmengen an Alkohol zu konsumieren, sich den Arsch abzufrieren, vollgeseichte Toiletten aufzusuchen und andere Verzweifelte zu treffen. Zuletzt war ich 2006 da und danach zurecht gar nicht mehr. Zu hohe Eintrittspreise, zu viele Geisteskranke. Ich tu´s nie wieder. 2010 war das letzte Mal. Ich schwör.

2. Ich werde überhaupt nie wieder einen Fuß nach Willingen setzen. Dieser Ort ist für mich das nackte Grauen. Siggi´s Hütte. Das Brauhaus. All diese Dinge. Wir sind uns vollkommen einig, wenn ich sage: Willingen ist das Sin City von Nordhessen. Nur ohne Nutten und Kokain. Ich schwöre bei Gott, ich werde nie wieder hinfahren. Ich kriege ja schon allein einen Koller, wenn ich an diesem Lift stehe und vor mir stehen drei aufgedonnerte hysterische Familienmuttis. Hast du in Sin City Willingen einen Ort gefunden, der dir nicht ganz so beschränkt vorkommt, bist du garantiert mit Leuten unterwegs, die sich sofort magisch von irgendetwas anderem, abscheulichen angezogen fühlen. Ich meine… du kannst da irgendwo sitzen, in gemütlicher Atmosphäre, und dir mit Mojito die Kante geben und so dahin getragen werden auf ein Gefühl, das dir vollkommene selige Ruhe vermittelt… und dann… peng… möchte jemand eine Kneipe aufsuchen, in der jede Menge 37jährige Männer voller verzweifelter sexueller Aggressivität versuchen, dir ihre Zunge oder irgendetwas anderes in den Hals zu stecken. Obwohl du nicht mal ein Wort mit ihnen gewechselt hast. Das ist irritierend. Ich hasse es. Lasst mich. Ihr Behinderten.

3. Ich gebe euch jetzt einen Tipp: Schaut euch nie samstags “Into the wild” an und besucht montags darauf die Kölner Innenstadt, vor allem dann, wenn der Montag ein Rosenmontag ist. Ich hab “Into the wild” eine Zeit lang ignoriert und ihn mir am Samstag angeschaut und ich schwöre, ich liebe diesen Film.  Außerdem mag ich Vince Vaughn. Das ist ein Mann! Jedenfalls fiel mir, während ich mich durch ein paar geile Polizistinnen, kleine rosa Schweinchen, Cowboys und Atzentypen quetschte, auf, dass ich die Menschheit zu etwa 98% hasse. Ein denkbar ungünstiger Moment. Ich sehnte mich nach einem Boot und etwas Wasser und einem verdammten Strauch oder das Gefühl von Sand in meinen Schuhen. Hinzu kamen die zwei Arschlöcher Nässe und Kälte. Wird Zeit für euch zu gehen!!!

4. Ich habe Sonntagnacht einen Apfelstrudel gegessen, während alle um mich herum Alkohol konsumierten. Mit mir kann irgendwas nicht stimmen.

5. Ich bin glaube ich die einzige Person hier, die keine Angst vor ihrem 30. Geburtstag haben muss. Wenn ich dreißig bin, kann ich mich ein bisschen so benehmen wie jetzt und niemand wird über mich den Kopf schütteln. Ich kann dann so Dinge sagen wie “Ich würde jetzt gerne sitzen” oder “Ich friere und will dahin wo es warm ist” oder “Ich gehe nicht in diesen Club, in dem alle immer Drogen nehmen und an der Bar ficken, lasst uns eine urige nach vorne offene Kneipe aufsuchen und neue Freundschaften mit den anderen Gästen schließen.” Ich werde eine klasse 30jährige sein. Dieser Gedanke kam mir gestern auf der Rückfahrt. Ich freue mich auf 2015.

6. Party ist da lang. Hier ist nur Kräutertee.

Wie man es schafft, zum Jahreswechsel beinahe eine Alkoholvergiftung zu bekommen

Freitag, Januar 1st, 2010

Also, das geht folgendermaßen.

1. Mach klar, dass du am 31.12 den ganzen Tag über nicht besonders viel isst. Nur abends ein bisschen Salat und ein Schnitzel, das dich nur vorübergehend sättigt.

2. Zieh dir eine enge Hose an, die sich nach der ersten Altbierbowle, die du konsumierst, erbarmungslos in deine Gedärme drückt.

3. Unterdrücke die Schmerzen mit einer weiteren Altbierbowle, bis du irgendwann mit Tränen in den Augen und schmerzverzerrtem Blick feststellst, dass du dich in einem gefährlichen Teufelskreis befindest, aus dem es kein Entrinnen gibt.

4. Triff zwei Minuten bevor das Taxi dich und den Rest in eine andere Location fährt deinen Chef + Chefin + Sohn + Kumpels.

5. Sag deinen Leuten, dass du nachkommst, weil du jetzt erstmal mit deinem Chef einen trinken wirst.

6. Konsumiere genau die Menge an Jim-Beam-Cola, die deinen Gedärmen einen weiteren hysterischen Schreikrampf beschert. Ignoriere die Schmerzen und das Geschrei. Nur die Harten kommen in den Garten.

7. Wechsle die Location und trink dann noch zwei große, prachtvolle Bier.

8. Begib dich gegen halb fünf nach draußen und laufe 200 Meter zur Wohnung deiner Schwester, die sie dir für die Nacht zur Verfügung stellt.

9. Öffne die Hose, die dich neun Stunden lang zu Tode gequält hat, und falle ins Bett. Beschäftige dich nun bis 17 Uhr, in der Zwischenzeit kommt auch deine Schwester nach Hause, damit, schrittweise zu sterben.

10. Kotz unter anderem so stark mit einem so enormen Druck im Kopf, dass du davon in eine kleine Ohnmacht fällst und eine halbe Stunde später mit Nasenbluten aufwachst.

Also, das war ein lustiges Silvester. Ich weiß jetzt leider meinen Namen nicht mehr, weil mir irgendwie 2 Millionen Gehirnzellen abhanden gekommen sind, aber ich hab das Gefühl die verbliebenen fünf haben gerade irre viel Spaß. Das nächste Silvester feier ich im Frankenberger Krankenhaus an der Pforte. Oder gar nicht. Ich werde übrigens nie wieder Alkohol trinken. Tschüss.

Ach schön, das ist ja mal wieder ein Blogeintrag, den ich in der Kategorie “Kneipen & Kapazitäten” ablegen darf. Nippifippi hell yeah.

Bumsgriffe. Was zur Hölle sind Bumsgriffe?

Mittwoch, Dezember 9th, 2009

In München gibt es eine Kneipe, die sich X-Cess nennt. Sie hat eine Halterung im Klo, damit Leute beim Ficken nicht immer die Spülkästen kaputt machen. Das ist erstens innovativ und zweitens… scheiße, unabhängig von diesen Griffen, diese Kneipe find ich super. Sowas müsste es hier auch geben. In drei bis fünf Jahren werde ich das einfach mal machen und ich verspreche schon jetzt, dass diese Lokalität weder ein “Bar” noch ein “Lounge” im Namen haben wird.  Vielleicht nenne ich es “fissmann” oder so, das käme unheimlich gut. Ich bin mir sicher, es gibt dann hier eine Künstlerszene, für die das genau das richtige ist.

Wie ich darauf gestoßen bin? Gefunden hab ich es bei Phil, dann bei Niggemeier mit einem Link zu Matthias Eberl, der mit seiner Audio-Diashow über diese ganz besondere Lokalität  den Reporterpreis in der Kategorie “Beste Webreportage” gewann.

Das X-Cess war übrigens auch mal Kneipe des Jahres 2005 auf münchenblogger und die New York Times war auch schon zu Besuch.

Dialoge. Eskalationen. Jugendlichkeit.

Sonntag, November 15th, 2009

Ich glaub, es sind wieder blaue Wochen:

“Ich hab einfach so unheimlich viel Lust auf eine Pyjamaparty in der Ederberglandhalle.”

“Ist mir egal, wenn ich jetzt hier in eingetrocknetem Sperma liege. Ich will schlafen.”

“Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder? Die ist schon wieder zehn Jahre jünger als du!” – “Ja, was soll ich denn machen?” – “Ja, es dir einfach mal selbst machen.” – “Mmhh, hier ich lad dich demnächst mal zum Essen ein, wir müssen auch mal wieder reden, glaub ich.” – “Ehrlich, warum machst du´s dir denn nicht ab und zu einfach selber, mmh? Das ist manchmal auch ganz schön” – “Ja, was soll ich denn machen?”

“Was willste trinken? Wie alt bist´n? Hast du´n Freund?” (Wenn ihr die Fragen jetzt fortsetzen müsstest, würdet ihr doch auch automatisch sagen, dass jetzt nur noch fehlt “Nimmst du die Pille?”, oder?)

“Pizza stöhnseufz Pizza oh Gott ist das Gut Pizza stöhn ich liebe euch alle.”

“Wie stehst du eigentlich zu ihm?” – “Wir haben einmal gefickt, er ist irgendwie wie ein  Bruder für mich.”

“Dreht doch mal die Heizung ab, es ist so heiß hier drin!”

“Bei dir könnte ich mir vorstellen, dass du dir irgendwann einfach mal ein Floß baust und damit jahrelang friedlich auf dem Meer rumruderst.”

“Ich war heute beim Filzkurs.” Stille. “Du bist so eine krasse Persönlichkeit!!!!!”

Heath Ledger ist auch wieder die ganze Zeit barfuß auf der Party gewesen (war er beim Open Flair auch. Die ganze Zeit. Barfuß. Im Ernst… irgendwann baut der sich einfach mal ein Floß. So ein großartiger Mensch. Der gehört auch so in die Kategorie “Besoffen in den Kleintierzüchterverein in Wollmar eintreten” oder am nächsten Morgen einfach mal im Pfadfinderkostüm aufwachen).

Warum hab ich einen Lego-Hip-Hopper in meinem Portemonaie? Laura? Wieviel Geld hab ich ausgegeben? Hab ich es wirklich noch geschafft, mein Auto vollzutanken? Warum?! Hab ich mit Payback-Karte gezahlt? (Das wären ja wieder Punkte gewesen!) Warum war Chrissi wieder da und warum gab´s deswegen schon wieder Wodka für mich? (Ich hasse dich)

Und wenn das Bonkers seinen Namen einfach nochmal in “Club of scheiße tanzen” umändern würde, wäre das ein genialer Coup. Und die Wahrheit. Jedenfalls was mich betrifft. War einfach ein geiler Tag. Vorher noch in Römershausen Extreme Activity gespielt. Ich freu mich schon auf den Rest meines Lebens. Außerdem hab ich euch alle lieb.

Es ist Sonntag. Heute Kino? Southside Rockers – Jump. Oh Mann.

Prinz Pi – 3 Minuten

Montag, Oktober 12th, 2009

PRINZ PI – 3 Minuten from Keine Liebe Records on Vimeo.

Sara hat das Video auf ihrem Blog gepostet und ich muss es wie viele andere auch hier einfach mal aufgreifen. Schaut´s euch an. Und denkt mal drüber nach.

Und könnten bitte einige Leute aufhören von jeder Party zu behaupten, sie wäre der Oberhammer? Was bedeutet bitte “Oberhammer”? Ist Suff = Oberhammer?

Vor zehn Jahren, es war der Sommer 1999 und ich durfte zum ersten Mal Bier trinken und “ausgehen”, da fand eine Party statt, die war für mich der Oberhammer. In einer Gegend, wo ich schon ganz lange nicht mehr war. Ja, ich war dem nördlichen Landkreis tatsächlich mal mehr zugetan und das hat auch seinen Grund. Übrigens finde ich, dass weiter nördlich nicht so viele zerstörte Menschen rumlaufen wie hier. In Frankenberg wohnen recht viele Menschen, die ihr Elend regelrecht zelebrieren. Die sich sowas ähnliches wie Alufolie um die Brust binden und damit dann auf eine Scheiß Party gehen (auf der ich auch bin, denn – ja Entschuldigung – ab und zu geh ich auch mal auf eine Scheiß Party). Und ich mir denke: Welche Bilder in welchem Magazin hast du dir denn angeguckt, dass du jetzt damit um die Ecke kommst? (Ich glaub manchmal, manche Leute verwechseln die Do´s und die Dont´s miteinander. Und soll ich euch mal was sagen? Die Do´s sind zu 75% auch scheiße. Und langsam geht es mir auf den Sack, dass schlechter Geschmack überall so zelebriert wird. Aber ich will nichts sagen. Ich trage karierte Hemden und Chucks. Ich kauf bei H&M ein, wegen arm und so . Ich bin so mainstream und so langweilig und einfallslos, das ist schon wirklich traurig. Aber es bereitet mir persönlich einfach weniger Umstände und Kopfzerbrechen als dieser “Pocahontas on drugs”-Style oder Karneval einfach  mal ein paar Monate vorzuverlegen.  Samba de Janeiro.

Manchmal steht man so in der Menge, guckt sich das eine Weile an, sieht dabei auch aus als würde man gleich ein kleines Kind verspeisen wollen und denkt sich friedlich wiederkäuend wie ein kleines Kalb: Mensch, das ist aber klasse, dass es die Mini-Playback-Show noch gibt.

Das verwirrt mich. Ich bin unheimlich leicht durcheinander zu bringen. An so ´nem Sonntagmorgen um viertel nach drei. Wir befinden uns im Jahr 2009 – glaube ich – und ich frage mich dann immer:  Sind jetzt die 80er oder die 50er oder vielleicht auch das Mittelalter zurück? Oder sind manche Leute einfach total druff und aus Versehen auf irgendeiner Badtaste-Party hängen geblieben. Sowas gibt es ja. Ist wie mit Drogen. LSD und dann, bäm, siehst du für den Rest deines Lebens alles um dich herum in Telemagenta.

Was ist also eine gute Party? Und warum raßten immer alle aus? Und kann man nicht mal eskalieren, ohne irgendwem irgendwas in die Fresse zu hauen? Warum all die Geschlechtskrankheiten? Weshalb all die Kotze und Pisse und Blut und Schweiß und Tränen? Und überhaupt und sowieso und halligallidrecksau.

Ich werde Songwriter für Deutschrock-Bands. Wisst ihr jetzt Bescheid. Und wenn ihr mal Darstellerinnen für einen Sailor-Moon-Kinofilm benötigt, Freunde, kommt mich einfach mal besuchen, dann gehen wir mal zusammen aus und am Ende der Nacht habt ihr ganz automatisch die komplette Besetzung zusammen.

[Eigentlich wollt ich nur das Video kurz verlinken. Nunja.]

Ein unglaublich erotischer Abend im Oktober.

Sonntag, Oktober 11th, 2009

Man erfährt viel, wenn man so ist wie ich und Leuten auf die Schulter tippt, die einen angeblich ganz furchtbar schrecklich finden. Ich werde diesen komischen Wesenszug an mir noch weiter ausbauen. Ich bin wirklich wie He-Man, das ist gut.

Ganz großer Moment: Ich stelle mich vor die zwei Menschen, wegen denen ich Ende Dezember 2008 so eine Art supergalaktischen Heulkrampf hatte, um danach erfolgreich zu beschließen mich von niemandem mehr ärgern zu lassen, und sage halbvoll “Ihr zwei, ihr seid geil.” Der eine guckt mich an und grinst und der andere guckt mich an als wolle er mir irgendwas vor den Kopf hauen. Und ich denke an überhaupt gar nichts. Das ist ja das Großartige.

Ich hab gestern zwölf Euro ausgegeben. Zwölf. Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen. Lasst euch auch im übertragenen Sinne mal all die Getränke die ich trotz “nur zwölf Euro” konsumiert habe, mal auf der Zunge zergehen. Wuäh. Ein Traum.

Man kommt da an und kriegt gleich von irgendwem halb die Zunge in den Hals gesteckt. Ich finde das schön. Beim nächsten mal legen wir uns dabei hin.

Ich will mit ihm schlafen, glaub ich.

Ich finde “Ein unglaublich erotischer Abend im Oktober” ist eine wahnsinnig gute Überschrift.

Ich glaub ich habe einen Filmriss.

Heute Nacht in einem wahnsinns Zustand noch “Soft Cake Orange” Plätzchen an der Aral-Tankstelle gekauft. Mir war einfach danach. Wie ich da so friedlich mit meiner Kekspackung an der Kasse stand… da hätten sich neben mir ein paar Leute verprügeln können, ich wäre einfach friedlich da stehen geblieben.

Ich bin ein guter Mensch.

Ich weiß auch jetzt, wieso ich Männer kennen lerne, was der Sinn von all dem ist. Außer Ficken und Liebe meine ich. Es hat musikalische Hintergründe.

Sonja, wo warst DU eigentlich?

Noch ein Gläschen mehr und ich hätte mit einer Person weiblichen Geschlechts rumgemacht. Viele Menschen hätten das toll gefunden.

Apropos rummachen: Es war nichts. Ich find mich sensationell. Rein gar nichts. Einfach nur fantastisch. Man könnte mir Leute auf den Bauch binden, und wir wären beste Kumpels, kein Mu, kein Doing (wie es andersrum ist, weiß ich nicht, ist auch egal). Ich sag ja, ich bin wie He-Man. Ich bin eine Gebetsschwester. Ich bin ein absolutes Wunderkind.

Ich möchte eine Pyjamaparty in der Ederberglandhalle.

Wie ich hier einfach sitze und mit einer souligen von Bier geprägten Stimme singe “I can see clearly now, the rain is gone” – Scheiße, ich muss damit auf die Bühne, warum hab ich diese Singstimme immer nur am nächsten Tag nach dem Aufwachen?

O-Ton Olli gestern Abend bevor es los ging: “Wir sehen uns morgen früh!”

Jetzt ein Lieblingslied.

Hallo? Ist da wer? Hört mich jemand?

Sonntag, September 20th, 2009

Sonntag, 20.09.2009, 18 Uhr. Franziska S. in “Aus der Ohnmacht erwacht.” Ein Film über die schweren körperlichen und psychischen Folgen des Alkohols. In den Nebenrollen Likör 43, Milch, Bacardi und Razz.  Mit hilfreichen Tipps, wie man mit 60 Euro die Reise antritt und mit 37 Euro wieder nach Hause kommt, sich aber fühlt als hätte man sein gesamtes Monatsgehalt versoffen.

An die bedeutendsten Dialoge kann ich mich nicht mehr erinnern. Naja, zumindest tu ich einfach mal so. Es gab auch keine, glaub ich. Wie ich mein Auto heute Mittag nach Hause gefahren habe ist auch eine Kunst für sich. Das Leben ist ja allgemein ne Kunst für sich.

Der Satz des Tages ist von mir, ich find ihn einfach gut gewählt. “Ach hallo, na das ist aber schön, dass zumindest rein theoretisch endlich was bumsbares hier ist.”

Warum denk ich eigentlich irgendwann immer, dass alle Leute weg sind und am nächsten Tag werde ich gefragt warum ich denn so früh weg war. Ja keine Ahnung, ich hab niemanden mehr gesehen, verpasst hab ich wahrscheinlich auch nichts außer meine eigene Alkoholvergiftung. Zurecht. Auf Wiedersehen.

Wochenende. Fragmente

Sonntag, September 6th, 2009

Besoffen in den Kleintierzuchtverein von Wollmar eintreten.

Morgen wird mein Chef mir wieder erzählen wie betrunken ich möglicherweise war, weil sein Junior immer dann auf Veranstaltungen da ist, wenn ich anfange Holländisch zu sprechen. Beängstigende Zufälle.

Mittags, halb zwölf in Schreufa. Franzi malt ein anspruchsvolles Bild mit Eichhörnchen. Chrissi fragt sich warum alle seine Freunde und Bekannten grundsätzlich Eichhörnchen malen. Strange. Sollte man mal untersuchen. Eichhörnchen-Neurosen.

Ollis Auto ist heute Nacht/Morgen völlig selbständig rückwärts vom Distner auf die Hauptstraße gerollt. Das war das beeindruckendste Erlebnis der Woche. Passiert ist nix. Ich wette bei allen anderen Autos wäre die Hölle los gewesen und es hätte Tote gegeben. Nicht bei Olli´s Auto.

Toast: Rettet mir den Sonntagmorgen auf eindrucksvolle Art und Weise seit 1999.

Man sollte nicht zu einem Typ gehen, der gerade in ein Taxi einsteigen will und sagen “Weiste was, bist´n richtig geiler Typ.” Ist nichts sexuelles, muss einfach mal gesagt werden, sind eh alle besoffen, aber hat so was Überfallartiges. Einfach mal die Fresse halten.

Ausgerechnet dann, wenn meine Haare mal nicht ganz so beschissen aussehen wie sonst, macht niemand ein Foto davon. Hat keiner gesehen. Schade sowas.

Wer bewusst mit verhältnismäßig hohen Pumps durch die Fußgängerzone geht, nur um sich in die Eisdiele zu setzen, ist ein kompletter Vollidiot. Glaube ich zumindest.

“Bei dem könnt ich mir vorstellen, dass er irgendwann mal aufwacht und ein Pfadfinderkostüm anhat.”

Bei der Hexenverbrennung wäre ich nicht als erste an der Reihe. Das tut gut.

Atzen machen Party pur

Sonntag, August 30th, 2009

Ich habe es überlebt. Ich habe es verdammt nochmal überlebt. Drei Stunden hab ich auf diesem Baum gestanden. Um mich herum nackte, schwitzende, sagen wir halbtote Menschen. Kein Sauerstoff, null Wasser. Und es wollten immer mehr kleine Mädchen hoch zu uns.

Kleine Zwischenfrage: Sagt mal, habt ihr nicht so richtig geschnallt, dass da oben bei uns kein Platz mehr war oder seid ihr irgendwann mal beim Popstars-Casting frühzeitig rausgeflogen und brauchtet nochmal eure legendären 5 Minuten? Da muss man sich nicht wundern, wenn von hinten so zehn Hände kommen und einen einfach mal umwuchten wollen. Pack!!! (Baum und Bus waren im Preis von 10 Euro inbegriffen, Mann! Wer nicht bezahlt hat, kommt nicht drauf)

Wie gesagt… ich, Franziska, körperbehindert, Tendenz zum regelmäßigen Kreislaufkollaps und total gegen Asimucke, stand drei Stunden lang tanzend auf bzw an dem Baum rum. Und ich war noch nicht mal so betrunken, dass man sagen kann, dass es daran lag. Es hat einfach jeder geschwitzt und getanzt und ich hatte natürlich kein wasserfestes Augen-Makeup. Zombiemäßig. Aber war geil. Frauenarzt im Alpenrausch, gibts denn eigentlich was schlechteres?

Deichkind erste Reihe ist da glaub ich nichts gegen, obwohl es schon vergleichbar ist. Der Baum war eigentlich meine Rettung, wenn ich da unten auf der Tanzfläche gestanden hätte, wäre ich einfach wortlos tot umgefallen und alle wären über mich drüber geatzt. Schlimm.

Irgendwann beim Getränkeholen wurde ich dann aggressiv weil irgendein Stecher mit seiner neuen Eroberung da wie festgewachsen da stand und allen den Platz weggenommen hat. Ich hab ihn und seine Tussie wirklich so lange mit Blicken von hinten hypnotisiert, bis er´s irgendwann geschnallt hat. “Du stehst hier echt richtig toll!” Der fand mich glaub ich superscheiße, weil ich vor allem auch so ausgesehen hab.

Aber die Zeiten sind jetzt einfach mal vorbei. Weiber, die mir auf den Füßen rumtanzen werden dezent weggedrückt und die Typen im Alpenrausch sind sowieso alle fertig mit der Welt. Samstagabend wird sich irgendwas Hässliches drübergezogen und man hofft, irgendeine Tittenmaus abzubekommen, die man nachts noch im Vollsuff ins Bettlaken einarbeiten kann und Sonntagmorgen muss man dann wieder früh raus wegen Freiwillige Feuerwehr und so. Fail!!!!

Jedenfalls hab ich mich auf meiner eigenen Skala hochgearbeitet. Keine Ahnung was das für ne Skala ist, sie betrifft auch nur mich und mein Leben und wie man sich manchmal einfach selbst im Weg steht. Da bin ich jedenfalls jetzt wieder einen Prozentpunkt nach oben gerutscht, weil ich es geschafft habe, nicht dabei draufzugehen. Das probieren wir demnächst nochmal. Nicht unbedingt im Alpenrausch, aber vielleicht geh ich demnächst einfach mal auf irgendein beschissenes Rockkonzert und lege mich bei der Wall of Death lässig auf den Boden. Könnte klappen. Könnte aber auch ins Auge gehen. Wortwörtlich.

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag. Alle die überlebt haben, können sich jetzt eigentlich wirklich ne Urkunde drucken lassen, weil das war schon ne reife Leistung.

Open Flair – Nicht bummeln!

Montag, August 10th, 2009

Als ich heute Nacht ins Bett fiel, war ich totkrank. Und im Prinzip bin ich das auch jetzt immer noch. Ich hab einen Sonnenbrand aller erster Sahne, heute Nacht brannte mir die ganze Birne und die Schultern, fühlte sich ein bisschen so an wie kurz vor nem Sonnenstich.

Donnerstag Anreise mit Niggo, diverse fantastisch aussehende Typen, die schon im letzten Jahr irre sexy waren, laufen einem kurz zufällig über den Weg. Man trifft die obligatorischen Mistsäue aus Röddenau, landet zweimal auf dem Boden, bittet die Leute mit der größten Anlage bitte einmal kurz 2 Unlimited zu spielen und freut sich, weil sie der Bitte umgehend nachkommen. Tanz! Ich bekomme ein großes, leckeres Steak und Hermann M. findet, dass “Ditschitalizzzm” eine verdammt geile Live-Band sind.

Lied des Tages:
Siamesen kann niemand trennen, Schizophrene sind nie allein.
Pädophile ham immer Bonbons und ich hab mein Verein.

Freitag brütende Hitze und lange Schlangen vor den Duschen. Ich irre durch die Stadt auf der Suche nach einem Hängerkleidchen für besonders schwule Mädchen, weil ich mir sicher bin, dass alle Beinkleider schon nach kürzester Zeit mit Schweiß durchtränkt sein werden. Die Suche ist hoffnungslos. Der Auftritt der Subways zeigt mir, warum viele sie für eine der besten Live-Bands halten. Nachts spontane Knutscherei mit einem Fremden. Physik-Student au Darmstadt. Ich bin ihm sympathisch, weil ich im Suff meine These, dass alle BWL-Studenten kleine Pimmel und null Talent haben, darlege. Ich glaube er hatte dunkelbraune Haare, an den Rest kann ich mich nicht mehr erinnern (Ach schön, dass es StudiVZ gibt und ich den Namen noch weiß. Er sieht gut aus. Ich bin beruhigt, hätte mich jetzt irgendwie völlig aus der Bahn geworfen, wenn ich mit nem hässlichen Mann geknutscht hätte). Ich stelle im Suff fest, dass die Crystal Castles sich auf meinen Lautsprechern zu Hause scheiße anhören und sie jetzt plötzlich super klingen und muss dafür zwei oder drei vorwurfsvolle Blicke und Kommentare von links über mich ergehen lassen. (Hiermit entschuldige ich mich bei allen Autoren von turn-it-on.de dafür, dass ich der Ansicht war, sie wären zum Davonlaufen. Ich war im Unrecht, ich bin ein Vollhonk).   Irgendeine Mistsau macht mir eine teuflische Mischung aus Pest und Cholera, danach sitze ich stundenlang mit einer Wolldecke schlafend vor unserem Camp, bis Ali mir den Weg ins Zelt zeigt und noch zwei andere Kinder mit dazu legt. Hallo Laura, Hallo Chris.

Ich kenn´n Lied, das geht euch auf´n Sack. Geht euch auf´n Sack. Geht euch auf´n Sack…

Samstag ist der Tag an dem ich sterbe. Meine Körperfunktionen verweigern mir ihren Dienst und ich muss mir stöhnend im Halbschlaf ungefähr zwanzig Minuten lang “Deine Mudda”-Witze anhören, die irgendjemand abspielt. Es ist die Hölle. Ich kotze elf Mal, anfangs noch aus Höflichkeit in diese irren Dixie-Klos. Es geht mir durch den Kopf, dass viele Menschen in meinem Umfeld einfach mal miteinander schlafen sollten. Am Ende des Tages wird mir dazu auch der passende Spruch geboten (”Die muss einfach mal richtig durchgenommen werden, damit sie weiß wo sie in der Nahrungskette steht.”). Tot und voll lege ich mich mit einer orangefarbenen Wolldecke in die brütende Hitze und verweile dort stundenlang. Nachmittags duschen und erste Nahrungsaufnahme, während manch anderer sich irgendeine Loser-Band anguckt oder wasauchimmer. Bla.

Heath Ledger versucht derweil dem Jim Beam den Garaus zu machen. Er ist äußerst erfolgreich. Als wenige Stunden später der Regen uns ins Gesicht peitscht und keinen Zweifel mehr darüber aufkommen lässt, dass wir uns gleich auf einem völlig abgefuckten, nassen, schlammigen Campinggelände befinden werden, lacht und feiert er sich einen ab und verwickelt sich selbst in eine Schlägerei mit dem Vietz. Der Grillkäse ist zäh wie Gummi. Clueso is´n cooler Typ, leider haben wir ihm nur zuhören können, weil die Schlange vorm Eingang zu lang war. Daher auch kein Maximo Park am Samstag. Weil die Bimbos, die die ganze Zeit mit in unserem Camp schlafen durften, einen Teil unserer Stühle wie selbstverständlich besetzten, kriege ich Aggressionen und will mich gar nicht erst dazu setzen.  Wir besuchen also wieder mit ein paar Mann die obligatorischen Homofürsten aus Röddenau und weil einige von ihnen Angst um Vorräte haben findet meine dreiviertel volle Kiste Bier den Weg dorthin. Hätte ich eh nicht mehr alleine trinken können, tot wie ich war. Nochmal Danke für eure Gastfreundschaft und euren bis auf wenige Ausnahmen ausgezeichneten Musikgeschmack. Trotzdem denke ich auch, dass zwanzig Röddenauer rein gar nichts ausrichten können gegen einen einzigen Rosenthaler. Das sind andere Dimensionen, ist ne ganz klare Sache.

Ich schlafe unten ohne in einem irgendwie angefeuchteten Zelt, weil sämtliche Hosen durchweicht sind. Das Leben ist irgendwie so lala in dem Moment.

Besser wird es zunächst auch Sonntagmorgen nach dem  Aufstehen nicht. Nach der Dusche gehts allerdings besser. Wir beschließen zu siebt nun dekadent in der Innenstadt essen zu gehen. Für mich gibt es Sahneschnitzel mit Pommes. Traumhaft, auch wenn mir noch etwas flau im Magen ist. Wir sind größtenteils verkatert und in einem seligen Zustand, der uns Sachen sagen lässt wie “Wenn du ein Kind mit Ben hättest, würde es die ganze Zeit vor die Wand laufen und sich darüber auch noch freuen.” (Alternativ dazu “Wenn ich ein Kind mit dem Niggo hätte, dann hätte es die ganze Zeit schlechte Laune, könnte das aber dann wenigstens auch begründen.”)

Nachmittags werden schon einige Sachen in die Autos geräumt und ich intensiviere meinen Sonnenbrand. Danach gehen unsere Wege auseinander, weil die einen zu K.I.Z. wollen, während wir uns die Monsters of Liedermaching antun, was einfach die beste Entscheidung war. Genauso wie die Entscheidung sich jetzt bestimmt nicht ans Ende dieser langen Schlange zu stellen, sondern einfach geschickt von links das Zelt zu stürmen.

Peter Fox hat ne tolle Bühnenshow, obwohl mich der Auftritt nicht vom Hocker gerissen hat. Drei Dinge nerven mich in den eineinhalb Stunden: Ein Riese der vor mir steht. Ich mache irgendwann aus lauter Aggression einen Haken und stehe plötzlich vor ihm, er guckt mich bescheuert an, ich gucke bescheuert und böse zurück. Dann noch: ein swingendes, gut gelauntes Pärchen direkt neben mir. Weil sie annehmen, dass jeder mit ihnen mitswingt und ihr Platz unendlich ist, beschließe ich irgendwann einfach mal stur nicht mitzugehen und lasse sie anecken. Hab eh kein Schmerzempfinden mehr. Die Uschi guckt mich irritiert und leicht aggro an. Sie verziehen sich, ich bin ein Gewinner. Das Dritte sind die Leute, die zwischen den Songs “döbdöbdöb-dödödöb-döbdöb” grölen. Ich gehe kurz in mich und denke an die WM 2006 und die EM 2008 und was für elende Versager das eigentlich sind, die diesen Kirmes-Scheiß immer und immer wieder auspacken müssen. Was tut ihr hier? Geht doch Go-Kart fahren mit eurem Schützenverein ihr schwulen Mädchen. Ehrlich, da bin ich immer für zwei Minuten dem Wahnsinn nahe.

Es folgt eine kurze Pause. Ich trinke Bier, setze mich ein bisschen tot an den Absperrzaun und komme beim Anblick der an uns vorbei stürmenden Massen zu der Feststellung, dass ich mich als Band weigern würde aufzutreten, wenn mich in den ersten zwölf Reihen nur unattraktive fünfzehnjährige Pubertierende anstarren würden.

Bei Deichkind können meine Füße dann nicht mehr. Ich stehe an der zweiten Absperrung und freue mich, dass ein Großteil dieses amateurmäßigen Publikums den Text von “Papillon” immer noch nicht mitsingen kann, weil sie einfach zu blöd sind und eh nur auf Krawall und Remmidemmi gebürstet zu sein scheinen. Bei “Luftbahn” kullern mir zwei Tränen über die Wangen. Kurz bin ich von mir selbst peinlich berührt und enttäuscht, dann denke ich, dass es schön ist, wenn Menschen nicht nur eskalieren, sondern ab und zu auch mal die Augen schließen können. (Dass ich bei “Alright” von den Subways auch kurz davor war zu flennen konnte dank der Sonnenbrille keiner sehen. Ich war allein mit mir selbst und das war großartig)

Nachts um halb zwei geht´s nach Hause. Ich bin fertig, leide unter einem Sonnenstich und möchte einfach nur noch schlafen oder sterben.

Schön wars. Ich kann das sagen, ohne permanent zu eskalieren und stelle wieder einmal fest, dass ich die Leute, die auch mal nicht irre crazy, sexy und aufgekratzt sind, immer noch am liebsten mag.

Ich verabschiede mich mit den verheißungsvollen Worten “Komm ma innen Suff, du alte Mistsau” und lege mich jetzt noch ein paar Wochen hin. Pleite bin ich übrigens auch. Ist doch einfach geil :)