Was ihr derzeit um die Ohren gehauen bekommt ist die, in dem Fall, negative Macht der digitalen Medien. Wer sich in euren wkw-Gruppen umschaut, bekommt einen großen Schrecken. Die Homepage sieht zum Davonlaufen aus, ich persönlich werde es jedoch nicht ändern können, sondern muss hier ein paar hundert Meter weiter meinen Job machen, der mit dem Internetscheiß nichts zu tun hat. Aber immerhin, ich habe eine konstruktive Meinung zum Thema und ich lese in letzter Zeit vermehrt Artikel mit dem Gedanken: Das ist genau das was ihr braucht oder worüber ihr euch mal Gedanken machen müsst.
Kleiner Tipp: massenpublikum – Social Media ist endlich ein Thema
Warum spielt das Internet bei diesem Club die entscheidende Rolle? Warum tut es das nicht bei den anderen Discotheken? Ganz einfach, weil zu Zeiten als unsere Eltern noch ins Utopia gegangen sind, niemand einen StudiVZ-Account hatte, niemand ins Internet gegangen ist um sich über aktuelle Events zu informieren, niemand gebloggt hat und was twitter ist, das wusste ja bis vor ein zwei Jahren auch noch kaum jemand. Mundpropaganda war das Stichwort und die ist heute noch genauso wichtig wie damals.
Der Punkt ist allerdings: Wenn ich mir vorab ein eigenes Bild machen kann, dann mache ich es auch, denn heute habe ich die Mittel dazu, damals hatten wir sie nicht.
Und dieser Punkt wird scheinbar weit unterschätzt. Genau genommen braucht man Experten oder zumindest Leute, die eine ungefähre Ahnung von den Auswirkungen dessen was sie tun oder nicht tun haben.
Die Webseite für so einen Club muss nicht futuristisch, dunkel, elegant und einfach perfekt aussehen. Schaut euch diese Seiten an. www.werke.pl. Die Seite eines polnischen Grafikdesigners und Illustratoren. Nichts kompliziertes, reine Bildgewalt. Hintergrundfarbe Weiß. Setzt an den Rand irgendeine abgefuckte, supergeile Illustration, lasst euch von mir aus einen tanzenden neonfarbenen Porno-Affen gestalten, der ab sofort auf all euren Werbeprodukten auftaucht. Was ist so schwer daran? Was ist falsch an der Farbe weiß? Die Farbe Weiß ist doch heutzutage aussagekräftiger als Schwarz (streng genommen). Setzt Links zum Rest des Inhalts, nehmt ne geeignete Schrift und schon habt ihr eine minimalistische, aber trotzdem aussagekräftige, geile Homepage für euren Club. Schenkt mir zum Geburtstag ein Zeichentablett, wartet ein halbes Jahr, dann krieg ich das auch noch hin, so untalentiert bin ich nicht, nur ohne so ein Teil bist du entsetzlich aufgeschmissen. Macht aber nix, wäre eh Schwarzarbeit, solange es nicht über die Firma läuft, da draußen gibt es auch genug RICHTIG talentierte Leute. Warum man sich nicht mal an die wendet, einfach mal ein bisschen nachforscht und dann ein geiles Design raushaut, ist mir ein absolutes Rätsel.
Kauft dem Jungen ein paar seiner Werke ab, seid international – und schon habt ihr eine geile Homepage. Wenn´s irgendwo kratzt und ihr nicht weiter wisst ob dieses oder jenes gut aussieht – fragt mich. Fragen kostet nichts. Aber fragt nicht die, die sich aus Zeit- oder sonstigen Gründen nur halbherzig damit auseinandersetzen können.
Oder hier… Dings… geile Seite… rockt ja schon ein bisschen, oder? Zum Portfolio ein bisschen runterscrollen.
Keine Buttons, keine Rähmchen, kein Gedöns. Sich erstmal darüber klarwerden: Was sind meine Farben (neben schwarz und weiß)? Da hingen letzte Woche gelbe Plakate und es lagen Flyer mit massig magenta aus. Schöne Farben. Kombiniert die miteinander, macht es einheitlich und ihr könnt unheimlich viel damit machen. Allein gesehen sah das alles nichtssagend aus.
Print und Nonprint müssen einheitlich sein. Alles was nicht einheitlich ist, ist totaler Unsinn. Wie sollen die Leute innerhalb von wenigen Sekunden entscheiden können: Das hab ich schonmal gesehen, da geh ich hin! Genauso wie die Anzeigenschaltung. Ist die überhaupt sinnvoll? (Eine Anzeige schalten kostet teilweise soviel wie hunderte von Flyern verteilen, Flyer könnt ihr gezielt unters Volk bringen, über die Anzeige liest vielleicht ausgerechnet an dem Tag nur Onkel Friedrich drüber) Und wenn ja, wo schalte ich sie, welche Zeitungen/Zeitschriften kommen dafür in Frage?
Nächste Problematik? Entscheide ich mich weiterhin für die Möglichkeit, mit meinen Gästen nicht nur über soziale Plattformen zu kommunizieren? Dass Diskussionen in wkw-Foren, speziell wenn es um gewisse problematische Themen geht, schnell ausufern können, merkt man gerade. Ihr wisst was ich meine. Ich halte es für einen Fehler, Forenbeiträge zu löschen, die mir als Geschäftsführer & Konsorten nicht passen. Denn die Frage ist nicht: Haben die Leute die Kritik üben überhaupt Recht und sind sie dabei immer nett und freundlich? (Antwort: Nein, vieles ist einfach respektlos und unproffessionell). Die Frage lautet: Wie gehe ich als Verantwortlicher mit der Kritik um?
In meinem Club ereignet sich ein Vorfall, der meinem Ruf schaden kann und nicht mehr als “kleine Lappalie” bezeichnet werden kann. Geschehen letzten Sonntagmorgen um etwa halb Vier. Hier wäre ein Blog von Vorteil. Nutzt ihn als eine Art “Pressekonferenz”, schreibt ein paar Sätze zum Thema. Erklärten – nicht rechtfertigen!!! Momentan könnt ihr euch nur rechtfertigen, seid nicht Herr über euer eigenes Image. Hunderte von Leuten meinen es besser zu wissen, hunderte von Leuten da draußen könnten den Club “sowieso theoretisch” besser leiten als ihr und wissen total Bescheid – meinen sie. Ist aber nicht so. Dass muss man denen nur erstmal zeigen. Kein Mensch hatte in den letzten Jahren den Mut hier auch nur irgendwas aufzubauen. Ihr hattet/habt den Mut, dann geht auch bitte einen Schritt weiter. Holt weit aus, lasst euch nichts erzählen, werdet euch mal einig. Greift nicht aus purer Sympathie auf Leute zurück, die euch Hilfe anbieten, wenn ihr insgeheim wisst, dass ihr für ein bisschen Kohle etwas richtig Geiles kriegen könnt. Es gibt genug Leute da draußen, die es von der Pieke an gelernt haben und die sich mit allen nur erdenklichen Programmen und Kniffen auskennen. Das sind eure Leute. Leute mit Geschmack.
Auf einen hochtalentierten Grafikdesigner kommen zehn Mann, die technisch viel können, aber das Talent und die Ambitionen von Blindschleichen haben (Leute die in Photoshop Ebenen anlegen wie die Großen und die ohne mit der Wimper zu zucken fünf Effekte übereinander bauen. Alter Schwede, da krieg ich doch… da krieg ich doch…hier… SCHLAGSCHATTEN!!!! BAAAM!!!) . Solche Leute sind ebenso schlimm wie diejenigen, die nicht begriffen haben, dass wir nicht im Jahr 2003… 2004… 2005… sind. Es juckt keinen Schwanz, was im Jahr 2005 gut ausgesehen hat. Das Club-Design von 2005 ist das Versicherungsbüro-Design von 2009. Ich werde depressiv, wenn ich auf eure Homepage gehe, ehrlich. Und ich bin geistig eh “manchmal auf dem Niveau eines Zombies”, also sieht nicht gut aus. Tut was.
Setzt euch mit myspace und twitter auseinander. Lasst Postkarten mit Kultfaktor drucken. Entscheidet euch! Schaltet auf www.indigoidian.de Bannerwerbung für 39,99 EUR im Monat. Gebt den entscheidenden Anstoß, dass aus dem Club und dem Club-Drumherum in den nächsten zwei Jahren ein absoluter Kult entsteht. Wer oder was könnte euch davon abhalten?
Das war jetzt mein Beitrag zur Situation. Sollte ich in den nächsten Tagen Zeit finden (suche ein Auto, suche eine 1-2 Zimmer Wohnung, suche einen Nebenjob, suche einen 26jährigen mit Wuschelhaar, Grübchen und Schlafzimmerblick) mach ich aus Jux und Dollerei mal was. Aber wirklich nur aus Jux und Dollerei.