Archive for the ‘heimat- & kulturverein’ Category

Ich bin schockiert. Und stolz. Und nur ein bisschen belustigt.

Freitag, November 27th, 2009

Denn: Die 7d der MPS ist endlich rauchfrei. Klasse finde ich das, denn eine Schachtel am Tag geht ja auch ins Geld, vor allem wenn man erst zwölf oder dreizehn ist. (Hier gehts zum Artikel.)

Ich bin stolz wie ne Mutter, vor allem weil es ja meine Kinder sein könnten. Rein rechnerisch ist das gar nicht mal unwahrscheinlich. Von daher warte ich auch jetzt besonders sehnsüchtig auf die Schlagzeile: “Deutlich weniger ungewollte Schwangerschaften in der 5 c.”

Die Lehrer heutzutage tun mir leid.

Krasse Scheiße.

Donnerstag, September 3rd, 2009

Ich stand eben kurz davor, diesen Blog zum Teil in einen erstklassigen Streetstyle-Blog zu verwandeln. Es wäre großartig gewesen. Das Objekt, das mich inspirierte, lief die Auestraße in Frankenberg entlang. Ein Kerl. Etwa 50 Jahre alt.

Dunkelrote Leggins, darüber gestreifte Shorts. Grauer Cardigan. Stiefel. Knallgelbes Cappi auf.

Meine Chefin stürzte ins Büro und meinte, ich müsse jetzt unbedingt mal aus dem Fenster gucken. Ich guckte hinter mir aus dem Fenster und stürzte dann zum Schreibtisch vom Chef, um mir die Kamera zu holen und ein Foto zu machen. In dem Moment begann es zu regnen, das Objekt meiner Begierde stürzte davon und ich erwischte nur noch einen kläglichen Rest. Verdammte Scheiße.

Ich hätte das mit einem Eintrag “Festival Style 2010″ verbunden. Das war das ultimative Outfit. Hat alles gepasst. Vor allem mit dem Hut.

Ich bin ja fest davon überzeugt, dass wir Frankenberger auch irgendwo unseren ganz ureigenen Stil haben. Vielleicht sollte ich öfter mal mit einer Kamera durch die Straßen irren.

Streetworker für Frankenberg – unglücklich formuliert?

Mittwoch, August 12th, 2009

Heute steht ein Artikel in der WLZ-FZ, der mich ein bisschen stutzig werden lässt. Es geht darum, dass Bürgermeisterkandidat Hansen neue Räume für die Jugendlichen schaffen will und ihnen gerne auch einen Streetworker zur Seite stellen möchte. Zum Artikel gehts hier entlang.

Eine Sache finde ich zunächst schön und ich hoffe ihr verzeiht mir jetzt meinen sarkastischen Unterton: Es ist fantastisch, dass endlich mal einem erwachsenen Menschen aufgefallen ist, dass es in Frankenberg nicht nur Kinder, Familien und Rentner gibt. Ich höre nämlich die ganze Zeit nur “Familienstadt mit Zukunft” und frage mich ob irgendwer eigentlich schonmal bemerkt hat, dass hier in Frankenberg auch vereinzelt ungebundene Leute zwischen 16 und 28 rumlaufen, die man nicht ignorieren sollte. Wobei “ignorieren” möglicherweise der falsche Begriff ist. Wir werden ja nicht ignoriert.

Erinnert ihr euch an Dutzende Versuche, uns das Leben in Frankenberg ein bisschen schöner und abwechslungsreicher gestalten zu können? Die FZ Sommerinsel war ein guter Ansatz, hoffentlich kommt die im nächsten Jahr wieder. Club Triton sollte der Dauerbrenner werden, leider wurde uns dann allen klar, dass viele doch eher auf dem Ballermann-Tripp sind und sich damit gar nicht wohl fühlen. Der Pfingstmarkt ist irgendwie auch nicht mehr das was er mal war, eigentlich haben wir auch keine richtige Fußgängerzone mehr. Aber da sind andersrum auch wieder Aktionen wie Radio Frankenberg, Veranstaltungen wie Der Hirsch Rockt, die schon sowas wie Klassiker sind, Frankenberg hat tolle Bands und wenn ich mich so umschaue auch tolle Menschen zu bieten.

Aber in den letzten Wochen und Monaten kam mir der Gedanke, dass man akzeptieren sollte, dass einige Menschen zufrieden sind mit dem immer gleichen Scheiß vor ihrer Haustür. Und wenn sie es dann eben nicht sind, weil sie sich etwas besseres erhoffen, dann bleiben sie sowieso nicht hier, weil sie erwarten, woanders wartet die weite Welt. Ob das so ist oder ob man es nur so empfindet, weil man zwanzig Jahre lang sozusagen auf dem Bauernhof gelebt hat, kann glaub ich jeder nur für sich selbst beurteilen.

Wer nicht vor Langeweile zugrunde gehen möchte, fährt mit dem Auto ein und/oder zwei Stunden oder sucht sich ein Hobby wie grillen, Kino, bloggen, Musik, Gartenpartys.

Kinderspielplätze und Angebote für Familien sind wichtig, vielleicht haben wir Glück und es gibt in ein paar Jahrzehnten hier noch Familien. Vielleicht haben sich auch zu viele Menschen dazu entschlossen, doch lieber wegzugehen und Frankenberg besteht zu 85% aus Leuten über sechzig, die irgendwie für sich selbst sorgen müssen. Ihre Kinder und Enkel sind weg, weil man damals dachte man hätte ihnen geholfen, wenn man ihnen einen Jugendraum baut und einen Streetworker zur Seite stellt.

Manchmal, wenn ich Zeit dazu finde, grüble ich über diese Problematik und denke: Es muss irgendein Detail hier in dieser Stadt in unserer Gesellschaft sein, dass uns zum Bleiben, zum Wohlfühlen, zum Nachhausekommen motiviert. Aber ich weiß nicht was es ist.

Ich glaube, das Problem ist nicht das mangelnde Angebot. Recherchiert man mal für ein, zwei Stunden bemerkt man sehr wohl, dass hier in Frankenberg doch das ein oder andere passiert. Das Problem ist, dass wir von vorneherein davon ausgehen, dass wir uns mit nichts identifizieren können, dass das nicht “unseres” ist. Ich glaube, um sich verbunden zu fühlen mit irgendwas, braucht man eine gemeinsame Geschichte, eine gute Geschichte, irgendwie auch eine gemeinsame Vergangenheit und Zukunft. Wenn aus dem Nichts irgendwo ein Häuschen gebaut wird, das ab sofort mit seinen Räumlichkeiten allen jungen Menschen zur Verfügung stehen wird, dann wird es oft leer bleiben. Weil die Leute ja dann doch “romantischer” veranlagt sind, als sie es selbst vermuten würden.

Sie wollen etwas, was ihnen gehört, selbst wenn es nur eine Idee ist. Ein Ort kann von außen trostlos oder eher unscheinbar aussehen – wenn er für jeden einzelnen Menschen einen ganz besonderen Charme hat, dann wird er mit Leben gefüllt und so etwas gibt es nicht auf Knopfdruck. Ich denke sowas kann man ganz schwer planen und vorhersehen.

Alles was man tun kann ist, die Gruppen, die von sich aus etwas auf die Beine stellen wollen oder eine Idee haben, bestmöglich zu unterstützen. Ich denke, dass diese Unterstützung zu einem gewissen Teil durchaus da ist, unabhängig davon, wer nun am 27. September die Bürgermeisterwahl gewinnt.

Was nun diesen Streetworker angeht: Wir sind nicht Berlin. Halte nur ich das für eine übertriebene Idee oder geht es auch anderen so? Vielleicht wäre vielen schon geholfen, wenn sie einen Ort haben, wo es warm ist, wo es was zu essen gibt, und wo es Strom gibt für ihre eigene Musik. Oder treibt Sport mit denen. Wenn es etwas gibt, was Menschen davon abhält, wahnsinnig zu werden oder sich eine Waffe zu besorgen, dann sind es Musik und Sport.

Frankenberg ist ja nicht asozial. Frankenberg ist nur  ein bisschen unmotiviert und irgendwie glanz- und planlos. Wir brauchen keinen Streetworker und eigentlich brauchen wir auch so viele Dönerbuden gar nicht. Der am Bahnhof macht tolle Döner. Und erstklassige Pizza. Konzentrieren wir uns auf das Wesentliche.

Landratskandidaten zum Thema Homosexualität

Dienstag, Juli 14th, 2009

Ich möchte auf ein Interview in der WLZ verweisen, das für mich persönlich deutlich macht, wenn wir am 19.07 als Landrat wählen sollten, nachdem es ja leider am 05.07 nicht eindeutig geklärt werden konnte. Das Internetportal “gaysnordhessen” hat unsere beiden Landratskandidaten Klaus Friedrich und Dr. Reinhard Kubat zum Thema Homosexualität befragt. Vielleicht sagt diese Thematik, die sich außerhalb üblicher Frage-Antwort-Situationen befindet, ein bisschen was darüber aus, wer von den beiden geeigneter für das Amt ist (vielleicht beide, aber es kann bekanntlich nur einer gewinnen).

Für mich ist die Sache übrigens ziemlich klar. Ich finde die einzige Person, die dafür in Frage kommt, ist Dr. Reinhard Kubat. Eigentlich hab ich zum ersten Mal bei Wahlen auf regionaler Ebene mit wirklichem Interesse Artikel oder Interviews dazu in Zeitungen gelesen. Der Mann hat vernünftige Ansichten, ist bodenständig, sympathisch und zukunftsorientiert.

Also, Leute, ich weiß nicht wie viele aus dem Landkreis hier mitlesen und wie viele sich überhaupt noch “trauen” sich für politische oder gesellschaftliche Themen zu interessieren, aber: Gebt dem Mann aus Frankenau eure Stimme.

Das Ergebnis vom 05.07 sah wie folgt aus:
Dr. Reinhard Kubat: 48,3 %
Klaus Friedrich: 49,7 %
Heidemarie Boulnois: 2,0 %

Die Wahlbeteiligung lag bei traurigen: 38 %

Auf der Homepage von gaysnordhessen ist das Ergebnis eindeutiger:Dr. Reinhard Kubat: 89,5 %
Klaus Friedrich: 7,9 %
Heidemarie Boulnois: 2,6 %

Für mich ist Homosexualität übrigens gar kein Thema. Ich finde es ganz normal, lache nicht wenn sich zwei Männer oder Frauen küssen, finde es nicht eklig, gucke nicht weg oder sage so kluge Dinge wie “Diese abartigen Schweine, sowas darf nicht sein!” Und es gibt leider Menschen, die genau so reagieren. Für mich ist das eine Form von Unreife und es zeigt, dass wir noch lange nicht da sind, wo wir sein könnten. Es gibt da draußen Menschen, die Schwule auf eine Stufe mit Kriminellen stellen, was einfach nur lächerlich und respektlos ist.

Aber es ist natürlich nicht leicht damit umzugehen. Ich neige in meinen Beiträgen manchmal dazu Worte zu benutzen, die respektlos rüberkommen oder die falsche Gruppe beleidigen. Es ist ähnlich wie wenn man zu einem Typ sagt, er wäre eine Pussy. Damit beleidigt man die Frauen, nicht die Männer. Wie in dem Interview erwähnt gehen die meisten Menschen mit dem Wort “schwul” leichtfertiger um, als es vielleicht ratsam wäre. Wobei ich noch nie erlebt habe, dass Schwule sich aufregen, wenn irgendwas als “schwul” bezeichnet wird oder Frauen sich aufregen, wenn irgendjemand sagt “Du bist´ne Pussy!” oder ein Schwarzer ausflippt, wenn das Wort “Nigga” fällt. Es sind meistens die selbsternannten Moralapostel, die da mit erhobenem Zeigefinger vor einem stehen. Vor denen darf man dann auch keine Nazi-Witze machen oder behaupten Hitler sei einfach eine arme Wurst gewesen, denn das würde dem Ganzen den Ernst und den Status nehmen. Dabei wäre vielleicht das einfach am gesündesten. Andersartige Leute tolerieren und den größten Wichsern der Nation nicht so einen unsichtbaren Schleier aufsetzen.

Arctic Monkeys – Tracklist, Albumtitel und Releasetermin

Dienstag, Juni 9th, 2009

[03.06.09] Auf meinem Lieblingsinformationsblog motor.de fand ich die Tracklist des vorraussichtlich am 24. August erscheinenden neuen Albums der Arctic Monkeys. Sieht wie folgt aus:

1. My Propeller 2. Crying Lightning 3. Dangerous Animals
4. Secret Door 5. Potion Approaching 6. Fire And The Thud
7. Cornerstone 8. Dance Little Liar 9. Pretty Visitors
10. The Jeweller’s Hands

Da ist dann hoffentlich auch wieder sowas drauf.
Arctic Monkeys – Dancing Shoes

[Edit 09.06.09] Das Album wird in Deutschland am 21. August erscheinen und trägt den Titel “Humbug”

Das deutlichste Anzeichen dafür, dass du auf dem Dorf lebst

Mittwoch, Juni 3rd, 2009

Du stehst Pfingstsonntag um kurz nach sieben auf und nimmst draußen diverse Geräusche wahr, die daher kommen, dass irgendein Vollidiot, der (die?) sich nicht zusammen reißen kann, hinterm Haus mit Gießkannen rumrennt und die Blumen bewässert, die du in Abwesenheit deiner Eltern bitte alle drei Tage gießen sollst. Ich hätte jetzt statt Vollidiot auch Nachbar oder so schreiben können, aber ehrlich gesagt finde ich Nachbar ein wenig unpassend. Denn es ist nunmal idiotisch und das Nomen dazu ist Idiot. Vollidiot!

Erstens: Ich war Pfingstsonntag zufällig schon früh auf den Beinen. Du Hirni hast sicher gedacht, ich hätte am Vortag gesoffen (wie alle “Jugendlichen” zwischen elf und einunddreißig) und läge noch in einem tiefen seligen Schlaf und würde diesen Akt der Liebe nicht mitkriegen. Fehlanzeige. Hirni. Fehl-an-zei-ge.

Zweitens: Ich hätte die Bullen rufen sollen. Ist mir scheißegal, ob das gute Nachbarschaft ist oder was auch immer und ob es angebracht wäre die Bullen zu rufen. Man gießt einfach nicht ohne spezielle Aufforderung anderen Leuts Blumen. Habt ihr euch eigentlich schonmal an den Kopf gepackt? Ich bin nicht so ein saufendes, zu nichts zu gebrauchendes Unding wie man vielleicht annehmen möchte. Nur weil eure Töchter alle mit Anfang Zwanzig heiraten, sich schwängern lassen und in ihrer knapp bemessenen babyfreien Freizeit Bücher von Nicholas Sparks lesen, weil die so schön gefühlvoll sind, heißt das nicht, dass das Gegenstück dazu – ich – zu doof ist eine Gießkanne zu nehmen und den Sträuchern Wasser zu geben. Wenn ihr eure Hälse mal gereckt hättet, dann wüsstet ihr dass ich das bereits am Donnerstag ordnungsgemäß gemacht habe. Seid ihr eigentlich bescheuert?

Drittens: Im Ernst… schnauf… ist das Nächstenliebe oder Frechheit oder Doofheit? Ich hab manchmal das Gefühl, diese drei Dinge liegen gefährlich nah beieinander.

Viertens: Wenn du anderen Menschen helfen möchtest, spende jeden Sonntag die Reste deines Essens der Tafel. Ok? Es gibt Leute unter uns, die haben nichts zu essen, denen geht es tatsächlich schlecht. Aber anstatt sich um Probleme zu kümmern, die wirklich existieren (wenn man sich schon unbedingt “kümmern” muss), machen diese Butterbirnen lieber so einen Schrott. Ehrlich, wenn du vorher gefragt hättest, wäre das kein Problem gewesen. Diese Welt wimmelt nur so von Leuten, die aus reiner Freundlichkeit heraus irgendwas Nettes machen, ohne zu fragen. Und dann wundern sie sich, wenn man ihnen gerne mal irgendwas in die Fresse hauen würde. Ja Achtung… das hier ist jetzt die Jugendsprache, willkommen in meiner witzigen Welt… danke dass irgendjemand Sonntagmorgens einfach ungefragt diese Scheiß Blumen gießt… ich lag da sowieso gerade würgend und heulend im Bett und hab mir die Arme blutig gekratzt. Kalter Entzug is scheiße, tut mir leid dass ich nicht mit lediglich einem Schlüpfer bekleidet, sturzbesoffen die Terrassentür aufgerissen und mich mit einem feuchtfröhlichen “Wir singen Humba Humba Humba Täterä!” bei dir bedankt habe, edler Blumengießer.

Fünftens: Wenn demnächst das aktuelle Programm der Volkshochschule bei jedem von euch im Briefkasten liegt, dann war ich das. Frech von mir, aber so isses eben. Und das hat auch seinen Grund. Denn, scheiße mal ehrlich, sucht euch ein Hobby. Ihr könnt nicht euer Leben lang irgendwelche Leute betüdeln, euch zu Tode langweilen oder euch für die Bepflanzungen anderer Erdenbürger aufopfern. Das geht so nicht. Das kommt scheiße rüber und das wisst ihr auch. Und wenn ihr es nicht wisst – jetzt hab ich´s ja wenigstens gesagt.

Am Arsch die Waldfee… meine Schilddrüse is wieder um ihre fünffache Größe angeschwollen und ich hab so einen Hals. Wie plemplem sind denn die Leute eigentlich. In Italien wär das kein Ding, da sind die Leute so. Da sind ja auch immer den ganzen Tag lang die Türen offen und die Leute arbeiten gar nicht richtig. Würd ich irgendwo in Palermo wohnen, hätte ich jetzt erstmal ein Fässchen spendiert. Aber wir wohnen hier in Deutschland und irgendwann muss mal eine Entscheidung her. So… Leute… will jemand von euch mit mir in ne WG ziehen? So für die nächsten vorerst 12 – 24 Monate irgendwo in Frankenberg. Ich will zwar nicht bezweifeln dass da auch viele beängstigende Menschen wohnen, aber da wird keine Pflanze auf den Balkon gestellt und da taucht so ein Problem gar nicht erst auf. Ich muss hier dringend verschwinden, obwohl ich in meinen eigenen vier Wänden lebe und obwohl ich bis eben auch noch die meisten da draußen sehr gemocht habe. Also… sind Leute hier anwesend, deren Nachbarn auch ungefragt ihr Grundstück betreten und da irgendein freundliches aber im Endeffekt nur zum Kopfschütteln anregendes Werk vollbringen? Wollt ihr euer Heimatdorf verlassen, wollt aber mit euren Finanzen auf Nummer sicher gehen? Dann meldet euch bei mir. Ich bin im täglichen Leben erschreckend unkompliziert. Gründen wir eine WG!!! Ohne Pflanzen!!!!!!!!!!! Am besten auch ohne Nachbarn, neben vielen leerstehenden Gebäuden!!!! Yes!!!!

Aktuelle Meldung #radio frankenberg#

Freitag, Mai 29th, 2009

Leute, bitte verzeiht mir, dass ich heute live im Radio das Wort “Schniepi” gesagt hab. Ich war dabei irgendwie angetrunken. Und jetzt bin ich es immer noch. Oder schon wieder. Beängstigend. Ich hab seit gestern morgen um sieben nicht geschlafen, bin also seit rund 30 Stunden auf den Beinen, muss noch Wäsche waschen, fit werden, mich auf den Kirschweinkonsum heute Abend vorbereiten und vielleicht noch irgendwas ins Radio schreien. Peinlich. Schlimm. Aber es wird besser. Ich hab wenig gesagt heute morgen in der “Morningshow”. Aber das Beste ist: Ich hab mich nicht zu Tode geschwiegen und bin irgendwann vor Angst auf allen Vieren von dannen gekrochen. Es macht Spaß. Die Leute hier sind echt im Stress, haben viel um die Ohren, bleiben aber locker. Macht Spaß hier zu sein und da auch zuzuschauen. Ich geh mal wieder rüber. Hier isses so dunkel.  Man sieht sich heute Abend. Und sprecht mich dann bloß nicht an mit den Worten “Franzi, sag mal warst du betrunken oder im Halbschlaf?” Ja. War ich. Alles auf einmal. Und es ist kein Ende in Sicht :)

Gnihi. Radio. Gnihi. Wholyfuckingshit. Gnihi.

Mittwoch, Mai 27th, 2009

Übermorgen bin ich im Radio. So richtig. Als Moderator. Wobei ich annehme, dass ich anfangs eklatante Probleme habe, mich auch nur halbwegs zu artikulieren. Ihr kennt das, es gibt Tage, da besteht euer Wortschatz nur aus so Worten wie “Näää” und “Watt is?” und “Nee wat schön” und “Leck mich doch am Arsch”. Oder Sachen, die kein Mensch versteht. Zum Beispiel “Tüüüüüp ey” und “Rämälämdingdong”. Und so ist das auch bei mir. Und ich wette, Freitag wird so ein Tag sein. Die anderen Tage, an denen ich irgendwas ins Radio spreche, ebenso. Würde mich ja wundern, wenn ich mehr als 150 verschiedene Worte auf die Reihe kriege.

Ich fasse mir immer noch an den Kopf, dass ich zugesagt habe, einfach mal spaßeshalber mitzumachen. Es wird peinlich. Und ich mag meine Stimme nicht. Ich hör mich an wie Rotkäppchen, hätte lieber eine Stimme wie Walter aus dem Frauenknast. Vor allem morgens. Ich hab mir morgens ab 6 oder 7 Uhr noch nie beim Reden zugehört. Weil ich dann meist noch schlafe. Fragt mich mal, wie ich mich jetzt fühle. Kein Plan von nichts, schläfrig wie ein dicker Brummbär auf Valium und dann – däh! – soll ich ins Radio quatschen. So kernig ich hier auf dieser Plattform mit dem geschriebenen Wort manchmal bin, so verwirrt komme ich hingegen live oft rüber. Entweder als würde ich gleich genervt tot umfallen oder als wäre ich total hibbelig und überfordert. Ich muss sagen, mein Gesichtsausdruck ist meist schlimmer als das, was gerade in meinem Hirn so abläuft. Wenn denn was abläuft. Nichtsdestotrotz sollte man im Suff niemals sagen “Klar, ich mach mit. Muhuaaaaa… Stimmung! Konfetti! Hol mir noch ne Flasche Bier!” Sollte ich mir fürs nächste Mal merken.

Wann genau meine Stimme im Radio zu hören sein wird, werde ich eventuell noch verkünden. Ist ja auch “nur” Lokalradio für einen Teil Nordhessens. Vielleicht stell ich mich auch einfach nur dazu und gackere ein bisschen. Soll bei Frauen ja auch schonmal vorgekommen sein. Gnihi.

*angst*

Frankenberg Brass und Theater-AG sorgen für gute Unterhaltung

Sonntag, Mai 17th, 2009

Ich will heute ein doppeltes Lob aussprechen. Einfach nur ein Lob aussprechen, gar nicht lange rumpalavern, sondern schlicht und einfach meine Anerkennung äußern.

Letzten Samstag war ich in der Frankenberger Kulturhalle bei der Premiere der von Frankenberg Brass inszenierten Opernreihe “Hänsel und Gretel” von Engelbert Humperdinck. Als Sprecher war der Marburger Burchard Schäfer mit auf der Bühne. Klingt jetzt alles furchtbar langweilig. War es aber nicht, es war vielmehr eine Freude, den Leuten zuzuhören: dem Sprecher und vor allem den Musikern. Ich finde es beeindruckend, dass “ein paar Musikinstrumente” so eine Stimmung erzeugen können und man, selbst wenn man nicht der klassische Opern-Gänger oder Theater-Besucher ist und seit vielen Jahren keine Märchen mehr gelesen hat, sich so schnell davon begeistern lassen kann. Es war eindrucksvoll, und mehr wollte ich auch gar nicht sagen. Man sollte sowas öfter mal erleben.

Erleben sollte man außerdem mal die Theater-AG der Edertalschule. Die spielten gestern das Stück “Das Spiel ist aus” im Dampfmaschinen-Museum auf dem Otto-Stoelcker-Gelände (Premiere war am Mittwoch). Jean-Paul Sartre hat den Mythos von Orpheus und Eurydike aufgegriffen und ihm sozusagen einen neuen Anstrich verpasst. Die Theater-AG der Edertalschule hat mit einigen zusätzlichen Szenen sozusagen noch einen “draufgesetzt”.  Es geht um Eve, die Frau aus reichem Hause, und Pierre,  einen einfachen Arbeiter, der gerade dabei ist einen Aufstand zu planen. Beide begegnen sich im Reich der Toten, finden Gefallen aneinander und dürfen für 24 Stunden zurück zu den Lebenden, weil sie ursprünglich füreinander bestimmt waren. Die Bedingung, die ihnen gestellt wird, ist die, dass sie beweisen müssen, dass sie sich “im vollen Vertrauen und mit allen Kräften lieben”. Leider wird daraus nichts, denn Eve will ihrer Schwester Lucette, die von ihrem eigenen skrupellosen Ehemann André ihrer Mitgift wegen verführt wird. Und Pierre will den Arbeiteraufstand verhindern, weil er im Totenreich erfuhr, dass der Regent davon wusste und nur darauf wartet, alle Aufständischen niederzuschießen. Am Ende schaffen es beide, Eve und Pierre, nicht, ihre Liebe zu beweisen und daran festzuhalten und gelangen so wieder in das Reich der Toten.

Mal abgesehen von der schönen Geschichte: Die Inszenierung war klasse. Gespielt wurde auf einem Steg zwischen den Zuschauern, sodass das Publikum einen sehr guten Blick auf beide Seiten hatte: die Welt der Reichen und Mächtigen und die Welt der einfachen, unterdrückten Leute, der Arbeiter.

Klasse waren neben den Hauptpersonen Eve und Pierre, die von jeweils zwei Darstellern gespielt wurden (für das tote und das lebende Paar) vor allem diese drei Charaktere:

Der Fleischwürstchen essende Regent (absolut brillant – der harte Dialekt, die Gestik, gespielt übrigens von einer Darstellerin. Hat total überzeugt). Madame Barbezat (nur eine einfache Angestellte, sitzt sozusagen in der Verwaltung des Totenreichs, spitze Stimme, ich mochte ihre Bluse und ihre hektischen Bewegungen. Erfolgreich ist man glaube ich als Schauspieler immer dann, wenn die Leute nach dem Stück rausgehen und sich denken, dass die Darstellung genau so ist wie das Bild, das man von der jeweiligen Rolle im Kopf hat. Das hat sie geschafft). Und dann hätten wir noch den Greis, der vor allem durch seine monotone, zum Teil neugierige, trockene Art die Welt der Toten in einem teilweise skurilen Licht erscheinen lies und im Kreise seiner Mit-Toten die Differenz zwischen der Hektik der Lebenden zur “Resignation” der Toten erkennbar machte.

Tolle Leistung, wobei ich sagen muss dass mir die Darstellungen der Toten noch besser gefallen haben als die der Lebenden, auch was die Hauptpersonen betrifft.

Man kann und sollte das weiterempfehlen und beim nächsten Mal geh ich wieder hin. Es lohnt sich.

(Bildnachweis:
wlz-fz.de. Zum Artikel von der Premiere am Mittwoch bitte hier entlang)

Im Triton gehen die Lichter aus und mir geht ein Licht auf

Dienstag, Mai 12th, 2009

Wie heute in der Frankenberger Zeitung zu lesen ist, schließt das Triton Ende Juni seine Türen, um im Herbst mit einem neuen Konzept und neuem Namen wieder an den Start zu gehen. Für mich ist das eine der positivsten den Club betreffenden Nachrichten der letzten Wochen und Monate, denn “wenn du bemerkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab.” Andere Möglichkeiten siehe hier, u.A. kann man mehrere tote Pferde zusammen einschirren, damit sie schneller werden, oder man kann erklären, dass ein totes Pferd von Anfang an das Ziel war.

(weiterlesen…)