Nichts und niemand
Und dann fragt man sich, wo die ganze Wörter geblieben sind, die jahrelang einfach hier auf diese Seite gestolpert sind. Manchmal kann man sich sogar noch dran erinnern, sie geschrieben zu haben, das ist dann ein Erfolgserlebnis. Man fragt sich ob man sie ersoffen hat, im Kaffee, Rotwein und Bier der letzten Wochen und Monate, wobei das meiste davon Kaffee war. Zu viel Arbeit, zu wenige Worte, zu wenige Gelegenheiten? Man hat Angst, dass der kleinste gemeinsame Nenner zwischen mir und dem, was ich hier tue, völliger Blödsinn ist, gleichzeitig wird einem bewusst, dass es immer Blödsinn war. Aber einiges davon war guter Blödsinn.
Man hat nichts zu erzählen, weil man den Teil, der immer nach Luft schnappt, der immer die Hände ringt und sich die Haare rauft, lächelnd beiseite gestellt hat, unbewusst, aber ich weiß nicht ob das ein Schritt in die Richtung ist, die einen faden, erwachsenen Beigeschmack hat.
Man ist so aus der Übung mit dem Saufen, dass man um halb eins ein Taxi rufen muss. Sonntags gibt es Kuchen. Den isst man und genießt man. Wenn da jemand ist, der mich interessiert, dann weiß ich es zumindest nicht und umgekehrt ist es ganz genauso. Man vermisst die guten alten Grenzüberschreitungen und vermisst sie doch nicht. Das fühlt sich richtig und doch nicht richtig an. Zwiegespalten, wie immer. Wenigstens etwas, was man aus der Vergangenheit mit in die Zukunft transportiert hat.
Das Schöne an all dem, ist, dass man für sich selbst die Regeln völlig neu definiert. Es scheint, als würde man das was einen jahrelang begleitet hat – die Sprache und die Leidenschaft dafür – neu kennen lernen. Ein großer Haufen Sprachlosigkeit, so wunderschön, dass man weiß: Es kann nichts verloren gehen.
Fett fühle ich mich. Und übersäuert. Und alles. Innerlich. Aber das macht nichts, da ist diese kleine, abwartende Leere in mir – eine klassische Schönheit – und die bügelt alles wieder glatt. Ich will gar nicht schreiben über irgendwas oder irgendwen. Ich will schreiben darüber wie schön Dinge manchmal klingen. Und wenn kaum jemand es liest und unterschreibt, ich weiß trotzdem, irgendwer wird das schon verstehen.
Vielleicht kommt er bald mal wieder: ein Tatsachenbericht über Stereotypen, von einem Stereotypen. So muss das sein. Manchmal. Irgendwie. Wie sollte es auch anders sein? Es ist faszinierend zu sehen wie Dinge, für die man sich bewusst entschieden hat, Hand in Hand gehen mit Dingen, die einen rückwirkend geformt oder irgendwohin gebracht haben, ohne dass man sich zu irgendeinem Zeitpunkt dazu entschieden hat.
Feierabend jetzt. Mit diesem Himmel. Ehrlich Mann, ich finde ihn gerade ziemlich großartig.



am Mittwoch, 10. März 2010 um 19:58 Uhr
Wahnsinn. Toll. Kann ich einfach so für mich übernehmen. Manchmal jedenfalls ;)
am Mittwoch, 10. März 2010 um 20:01 Uhr
Ich kam auch nicht drum herum davon Bilder zu machen! Grandios.
am Mittwoch, 10. März 2010 um 21:58 Uhr
Ich versteh’s.
am Mittwoch, 10. März 2010 um 23:37 Uhr
Ehrlich, Frau, grandios. Ich wollte dir (darf man du sagen?) mal sagen, dass deine Texte immer seeeeehr lesenswert sind… es liest also zumindest eine, was du schreibst und erfreut sich dran. Und versteht es, – most of the time sogar ;)
Liebe Grüße,
mach weiter so ;)
Meli
am Donnerstag, 11. März 2010 um 00:04 Uhr
☮
Schöner Eintrag.
am Donnerstag, 11. März 2010 um 10:40 Uhr
Wenn ich mich recht erinner, hast Du zu dieser Jahreszeit schon zweimal dein Blog dichtgemacht – so gesehen also ein Fortschritt, dies hier. Auch kam deine Sprachlosigkeit mit der Circa-Ankündigung, dass dir bei dem Gefeiertage und Schneißwetter eh nix Gescheites einfallen wird, oder so.
Hab also soviel Geduld mit dir, wie die Abwarter deiner saisonalen Verstummung.
Du hast btw. den Frauenticker noch nicht zuende gebracht …
am Sonntag, 14. März 2010 um 19:55 Uhr
[...] Lady Gaga landet endgültig im Knast, meine kleinen Ponys sind Nazis, Vampir-Fans rasten aus, Franzi definiert ihre Regeln selbst, Super Mario scheißt drauf, Klopapier ist zum Selbstmord da, die [...]