Die MGMT-Generation
Das ist nur eine kleine Randnotiz, aber ich würde diesen Gedanken gerne irgendwann mal weiter ausbauen. Drüben auf spreeblick will Johnny derzeit wissen, ob es einen Song gibt, der das Lebensgefühl meiner Generation (Sagen wir mal die 19 – 29jährigen) am besten beschreibe, auch im Hinblick auf die Demos der letzten Jahre.
Ich war auf keiner dieser Demos, aber in den Kommentaren fiel (neben Hinweisen auf Deichkinds “Krawall & Remmidemmi”, was ich als Vergleich irgendwie sogar sehr passend finde um “uns” zu beschreiben) auch von Sara der Begriff “MGMT”-Generation. Ich weiß nicht wieso, aber ich finde das gar nicht mal unpassend.

(Bild gefunden bei last.fm)
Mir wird vor allem in diesem Jahr bewusst, was es eigentlich ist, was uns alle eint. Da ist viel Selbstinszenierung dabei. Haarbänder. Irgendwo zwischen Ehrgeiz und Eskalation. Seifenblasen. Alternativ, aber bloß nicht zu alternativ. Kaufen wir unsere Sachen jetzt alle bei H&M und ist es blöd wenn alle meine Kumpels mit demselben Band-Tshirt rumlaufen? Manchmal glaube ich, wir sind die Generation derer, die teilweise sogar glücklich sind mit dem was sie haben, aber unter einem unglaublichen Druck stehen, dass das Leben, mit dem man zufrieden ist, für die anderen nicht genug ist.
Jede Generation hat ihren Druck. Früher hatte man noch echte Probleme. Wir schaffen sie uns mittlerweile größtenteils selbst.
I’m feelin rough, I’m feelin raw, I’m in the prime of my life.
Manchmal schaue ich raus in die Welt und sehe unheimlich viele schöne Menschen. Und bin stolz in eine Zeit hineingeboren zu sein, in der wir uns entfalten können wie wir wollen, Möglichkeiten ergreifen können, die vorherige Generationen noch nicht ergreifen konnten, aber gleichzeitig erschlägt es mich. Der Ehrgeiz und der Trieb und die gleichzeitige Unlust der Leute erschlägt mich. Und ich zähle dazu, bin ein Teil des Ganzen.
Wir sind eine Generation, die Dinge möglich macht, die vor fünf oder sechs Jahren noch keine wirkliche “Daseinsberechtigung” gehabt hätten. Atzenpartys. Alexander Marcus. thecobrasnake. Ist wie Atzenparty, nur in cool. Wobei wir heute nicht mehr wissen was cool ist und was nicht, was überhaupt die Definition von cool ist, weil es keine Grenzen mehr gibt. Es gibt keine klassischen Außenseiter mehr, wir sind alle uncool. Deswegen auch die ganzen Nerdbrillen und die ganzen Pro-Ana-Werbeträgerinnen mit neonfarbenen Gummibändern im zerzausten Haar und weißen AA-Tshirts in XXL.
Manchmal glaube ich, wir sind romantischer als frühere Generationen. Deswegen auch unsicherer, nicht bereit uns auf irgendetwas einzulassen. Wir sind die, denen es leichter fällt, anzufangen, statt irgendetwas zu beenden.
Wir sind die, die Angst davor haben, dass die Summe der Tage, Wochen, Monate und Jahre, die wir erleben, am Ende nur pure Existenz ist, Alltag, aber kein Leben, nicht so intensiv, wie wir es gerne hätten. Weil wir jeden Tag sehen wie es “sein könnte”, aber uns nie sicher sind, ob ein Unterschied besteht zwischen dem Leben der anderen und unserem eigenen.
Wir sind die, die gerne von sich betonen, eine Schwäche für Details zu haben, dass wir das Schöne in den kleinen Dingen sehen, aber im Alltag wird uns bewusst, dass es oft genug eben doch nicht so ist und wir uns verschlingen lassen von dem großen Ganzen.
Wir sind die, die sich mehr Gedanken darüber machen, was wir auf dem Festival anziehen statt zu dem Vorstellungsgespräch nächste Woche. Am liebsten würden wir für immer in der Phase feststecken, in der es uns unmöglich ist zu entscheiden, ob wir später mal Etuikleider tragen oder doch lieber in legerer Freizeitkleidung ins Büro gehen können, in dem alle sich duzen und gern haben und überhaupt… eigentlich ist das Büro ja eher eine Wohngemeinschaft.
Wir sind gelegentlich bisexuell, fotografieren gern, lesen die NEON, hassen sie aber eigentlich, denn sie ist die Wendy der Indiekultur. Ich glaube, das war mal ein twitter-Zitat von martonos. Überhaupt… twitter. Wir sind twitter. Und das ist großartig, dann aber auch wieder nicht. Und das vice magazin gibt es auch eigentlich nur, damit wir uns und unsere Geschmacklosigkeit gelegentlich selbst feiern können. Wir sind eine tolle, kreative, einzigartige, vielfältige, traumhafte Generation. Und manchmal kotzt mich diese Generation an.
Jede Generation braucht ihren Soundtrack. Wir haben keinen Soundtrack. Aber am ehesten wäre es wohl – neben MGMT, Deichkind und Uffie - einer von Frittenbude.


am Mittwoch, 11. November 2009 um 14:41 Uhr
Die Blaupause für Generationsportraits wurde in einer Zeit geschaffen, als heutige Definitionsstandards noch nicht existierten und ich glaube diese von dir beschriebene Generation (die ich persönlich um fünf Jahre erweitern würde), is mehr als zuvor von Technologie geprägt ist. Wir haben Tausend Freunde, aber kennen nicht einen davon. Popkulturtechnisch kann ich mich an eine Vielfalt erinnern, die sicher vorher nicht zu erreichen war. Jeder noch so winzige Nischentrend wurde von Medien und Wirtschaft als Lockmittel versklavt. Spätens als man in der Werbung vernehmen konnte, wie “fett” (im Sinne von toll, cool, angesagt) Produkt-X nun ist, war ein die Seele meiner jugendlichen Identität auf die Schlachtbank geführt worden. Sowas hat es auch davor schon gebgeben, aber nicht mit dieser Geschwindigkeit. Heute schafft es eine Nische in weniger als 12 Monaten in den Mainstream und in die Versenkung. Weltrekorde für Markenmord oder so ähnlich.
Ich bin auch davon überzeugt, dass diese Generation in der breiten Masse ein Identitätsproblem mit Jugendlichkeit bekommen wird. Die ewigen Teenager, auch noch mit 40. Wer hat damals nicht über Kickboard fahrende Anzugträger gelacht. Kein Vergleich zu dem was uns in 20 Jahren bevorsteht. Eine massiv alternde Gesellschafft ist dabei nicht gerade förderlich. Wenn in 20 Jahren der Mitarbeiter jenseits der 60 ist, ist man mit 40 oder 50 noch der coole junge Spund.
Generation Semi-Digital finde ich ein schönes Schlagwort.
am Mittwoch, 11. November 2009 um 14:43 Uhr
-gut geschrieben finde ich- besondere daseinsberechtigung hat das anfangen aber nicht beenden ding. Hab mal einen Artikel bei Stern oder Spiegel über unsere “Generation” gelesen. Vielleicht finde ich den noch online, dann folgt der Link.
am Mittwoch, 11. November 2009 um 16:59 Uhr
rrrrichtig guter Artikel <3
am Mittwoch, 11. November 2009 um 17:29 Uhr
Fantastisch geschrieben, Franzi. Ich entschuldige mich schon vorab, wenn ich etwas ausschweifend antworte.
Für mich ist diese No-Style-Generation (oder wie auch immer man sie bezeichnen möchte) erstmal eine eher brave und pragmatische Generation. Was bei den heutigen Anforderungen der Leistungsgesellschaft nicht weiter verwunderlich ist. Erstaunlich ist für mich eher der charakterliche Spagat, den ich bei vielen Angehörigen dieser Altersgruppe wahrnehme. Sie besitzen zugleich die zynische Schroffheit von 90-jährigen Weltkriegsveteranen und die Empfindsamkeit von Kindern. Was, wenn man ein wenig darüber nachdenkt, gar nicht so verwunderlich ist. Es ist eine Generation, die kaum ein Für und Gegen mehr kennt, die meisten klassischen Rollenmuster sind mittlerweile obsolet, vollkommen überdehnt oder massiv unter Beschuss. Was neben der historisch beispiellosen Erfahrung individueller Freiheit natürlich zu einer heftigen gesellschaftlichen Orientierungslosigkeit führt. Die ja nun mal immer schon ein Merkmal der Jugend war, sie jetzt aber deutlich verlängert.
Das klassische Außenseiterideal der 68er dient nur noch zum Abverkauf von mit Coolness aufgeladenen Waren und hält den Absatz am laufen. Diese Supermarktlogik findet sich auch in den Köpfen und Biographien wieder. Bindungen bleiben oft kurz, brüchig und bewußt offen für neue Optionen.
Die Sehnsucht nach Rollenmustern läßt sich auch an der überbordenden Faszination für Reality- und Castingshows ablesen. Dort werden stellvertretend fürs Publikum Rollen ausprobiert und auf den Erfolg getestet. Für die Cleveren ist es eine Form der Belustigung, weil sie die Produktionsbedingungen und die Muster dahinter erkennen, aber die weniger Versierten übernehmen die präsentierten Verhaltensmuster nur allzu willig. Zumindest brauche ich nur durch die Stadt zu laufen, um mich davon zu überzeugen. Jeden Tag könnte ich problemlos hundert Leute rauspicken, die aussehen, als würden sie sich nichts sehnlicher wünschen als in ihren Gaga-Outfits vor Dieter und Detlef den Affen zu machen. Wobei man natürlich Milieus unterscheiden muß. Wer von Hause aus wenig Grund für Idealismus hat, dem bleiben vor allem diesen diffusen, anachronistischen Konzepte von Respekt und Familienehre. Diese Hiphop-geschwängerte Mafiaethik mit ihren Machoidealen und dem Porno-Chic. Und die bösen Jungs treiben die Mädels vor sich her, denen kaum etwas anderes übrigbleibt, als sich selbst eine gehörige Portion Schroffheit zuzulegen. Letztlich ist das nur eine, meist dem sozialen Hintergrund geschuldete Wahl aus dem Warenkorb der Identitäten. Und die bietet die (Pop)kultur vor allem durch das Internet reichlich an. Diese Generation sucht ja vor allem Selbstbestätigung und nicht Selbsterfahrung, und die findet man die im Internet reichlich. Jede Befindlichkeit und Laune findet seine Zitate, Soundtracks und Bebilderung und jedes Nischeninteresse, jeder Fetisch oder Rolle für die nicht ein Forum mit Gleichgesinnten existieren würde. Auch hier gilt wieder das Prinzip der Wissenskluft. Denn für die Intelligenteren ist der Widerspruch und die heftige Kritik eben auch nur einen Mausklick entfernt. Das führt natürlich für diejenigen erst recht zur Verunsicherung. Und genau deshalb legt man sich lieber auf gar nichts fest. No style. Weil morgen schon wieder die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird. Und diese Sau möchte man selbst nun mal nicht sein. Und verlegt sich lieber ganz pragmatisch darauf, die unmittelbaren Anforderungen des Lebens perfekt zu erfüllen. Da aber beim reinen Funktionieren-Müssen die inneren Bedürftigkeiten selten berührt werden, lebt man in einer permanenten Rollendistanz. Man spielt anderen etwas vor. Alles bleibt ironisch gebrochen und gemeinschaftliche Ideale werden nur verfolgt, wenn es letztlich harm- und folgenlos bleibt, gerade weil man dieses Verhalten, das Unechte auch bei anderen beobachtet. Man bleibt flexibel bis zur eigenen Handlungsunfähigkeit.
Das einzig Echte bleiben deshalb die eigenen Gefühle, die zelebriert werden und um die man Tempelmauern errichtet, in der Angst Verletzungen zu erleiden. Was zu einem kindlichen Narzissmus führt, der kulturell und individuell überall zu spüren ist. Und der genau das zerstört, was er eigentlich bewahren will. Deswegen kann man diese Generation durchaus als romantisch bezeichnen, weil es den Erfahrungen von Vereinzelung, Schnellebigkeit und Brüchigkeit perfekt Rechnung trägt und dem eigenen Leben den tragischen, aber verführerischen Zauber des steten Wandels verleiht.
Denn was ein Romantiker ist, sage ich mal nicht selbst, sondern bemühe ein Zitat von F.Scott Fitzgerald: “I’m a romantic; a sentimental person thinks things will last, a romantic person hopes against hope that they won’t.”
Sorry für die abstrakte Predigt, aber ich mußte das jetzt mal loswerden (-;
am Mittwoch, 11. November 2009 um 17:41 Uhr
Jetzt hast du durch deinen sauguten Kommentar, den ich so unterschreiben würde der vielschichtiger ist als das von mir Geschriebene meinen Beitrag zerstört. Toll! ;-)
am Mittwoch, 11. November 2009 um 18:11 Uhr
Oh sorry. Kurz nachdem ich auf Senden geklickt habe, habe ich gedacht, scheiße, das ist eigentlich ne Frechheit, was ich hier mache. Dein Post ist toll, lass Dir nix anderes einreden. Da steckt schließlich das Herzblut der eigenen Erfahrung drin. Mein Kommentar ist nur Schlaumeierei aus der Vogelperspektive.
Außerdem kannst Du ihn ja löschen und selbst reinstellen als eigenen Beitrag, wenn Dich mal die Schreibunlust überfällt. Hätte kein Problem damit und würde es auch niemandem verraten (-;
am Mittwoch, 11. November 2009 um 19:13 Uhr
[...] ich tippe diese Zeilen nur, weil ich gerade schwer beeindruckt von einem anderen Blog-Artikel bin, dem hier von Franzi bei indigoidian nämlich. Weshalb ich jetzt erstmal den Link abfeiere und aus Zeitgründen meinen eigenen Artikel [...]
am Mittwoch, 11. November 2009 um 19:13 Uhr
großartiger text. kann ich (owohl inzwischen 30) fast genauso unterschreiben.
am Mittwoch, 11. November 2009 um 19:31 Uhr
Großartig. Ich ziehe meinen Hut und verneige mich in Demut.
(Der Hut ist von H&M, is klar, ne?)
am Mittwoch, 11. November 2009 um 19:39 Uhr
Danke für diesen Beitrag und die Kommentare.
Das hilft mir, die 19 bis 29jährigen besser zu verstehen.
Mein Sohn ist erst 16 – er steht auf der Schwelle zu einer neuen Generation. So bewege ich mich nicht zwischen den 19 bis 29 jährigen und mir fehlt der Bezug zu euch. Ich denke, ich bin eine typische Spreeblick – Leserin. Um die 40 und ich habe sehr viel Bezug, zu dem, was dort geschrieben wird.
Ich werde über die geschriebenen Worte hier nachdenken. Vielleicht fehlen auch einfach Werte, an die die neuen Generationen glauben können, für die sie einstehen können?
Gruß Susanne
am Mittwoch, 11. November 2009 um 20:12 Uhr
Interessanter Beitrag. Vielen Dank. Bin froh, dass es unter all diesen pesudo intellektuellen und pseudo keativen heute noch Leute gibt, die das Talent haben, das in Worte zu fassen, was andere beschäftigt. Andere? Die anderen interessieren mich eigentlich nicht. Ich meine mich.
Auch danke für Deinen Kommentar, Tetus.
am Mittwoch, 11. November 2009 um 20:15 Uhr
Also, ich muss sagen, dass die Menschen, die ich aus der Schule und aus meinem Alltag kenne, darauf nicht wirklich zutreffen. Auf die meisten Leute, die ich kenne, trifft eher diese Bezeichnung der Spaßgeneration, der Flatratesaufengeneration zu, denn 80% kennen MGMT nichtmal, geschweigedenn dass sie sich mit deren Art & Weise der Musik und Inszinierung auseinandersetzen wollen würden. Die meisten Leute in meinem Alter hören House und leben für’s Wochenende, haben keine Ahnung was sie mal später machen wollen/sollen und wofür sie eigentlich zur Schule gehen. Diejenigen sind aber auch meistens die, die das Internet nicht in seiner vollen Möglichkeitenpower auszunutzen versuchen, sondern haben nur SchülerVZ und MSN. Keine Ahnung, ob das zusammenhängt. Ich persönlich würde mich nur in manchem Punkten zu dieser Generation zählen, was Ratlosogkeit betrifft, die wir aber, wie ich denke, nur haben, weil wir nichts mehr finden, wofür wir genmeinsam kämpfen wollen: wir brauchen uns nicht mehr von alten Werten zu emanzipieren, und genau das macht unsere Generation so abgestumpft- unintressiert. Wir fragen uns alle, ob es das gewesen sein soll. In manchen Punkten würde ich mich aber auch zu eben der Generaion zählen, die du hier gerade beschrieben hast. Wir sind sozusagen die erste Generation, die “weltweit” aufwächst, wir sind quasi die Betatester eines Lebens mit Internet, wir sind die ersten, die es nicht anders kennen. Und das macht uns zu was extrem besonderem und einzigartigem, weil wir als erste damit klarkommen müssen, mit diesem Meer an Möglichkeiten, was zwar ein Segen ist, aber manchmal auch alles nur komplizierter macht. Ich denke, die, die du als MGMT- Generation beschrieben würdest, sind die, die bereit sind, dieses Meer zu nutzen. Die versuchen, in der ganzen Welt aufzuwachsen. Aber das ist immer noch der kleinere Teil, dieser Neonlesende, Festivalbesuchende Teil. Mal schauen, wie das dann bei den Internetgenerationen 2.0 und 3.0 aussieht.
am Mittwoch, 11. November 2009 um 20:16 Uhr
[...] vom Spreeblick empfohlene Artikel über “meine” Generation im indigoidian Blog beinhaltet 27 mal das Wort “wir” und 14 mal das Wort “uns” in nur 33 [...]
am Mittwoch, 11. November 2009 um 20:36 Uhr
Wir sind einfach nicht mehr wütend genug auf all das, was passiert. Und obwohl ich leider keine Zeit hatte, alle eure Kommentare zu lesen, bin ich mir ziemlich sicher, dass die Essenz dessen wahrscheinlich sowieso schon überall geprägt wurde… ich schreibe auch noch mal etwas dazu, irgendwann, wenn ich nicht mehr Arbeiten muss.
am Mittwoch, 11. November 2009 um 20:45 Uhr
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Stefan und Stefan, Mirko Weber erwähnt. Mirko Weber sagte: ich glaub das passt sehr gut -> http://bit.ly/2Smmev [...]
am Mittwoch, 11. November 2009 um 20:52 Uhr
was du schreibst, trifft im ganzen wirklich zu. sehr sehr gut geschrieben und erkannt.
am Mittwoch, 11. November 2009 um 21:49 Uhr
bin beigeistert von deinem artikel,
was du sagst ist so wahr.
über neon, h&m, musik, (eigen gesetztem) druck, trends und un-trends.
die generation, die immer dachte keine defintion und keine ziele für sich zu finden, keine motivation auf die straße zu gehen.
wir schwimmen echt alle auf dieser welle mit, die zwar einerseits droht uns zu ersticken, aber uns auch immer wieder genug luft lässt zum aufatmen. ich bin mittendrin und fühl mich irgendwie echt wohl. ein bisschen erschreckend.
ok, es artet aus.
weiter so aufjedenfall!
am Mittwoch, 11. November 2009 um 21:54 Uhr
Ich finde den Text wunderbar und so, aber den Ausdruck Generation sollte man echt streichen.
Da passt weder das zeitliche Spektrum noch die gesellschaftliche Weite der Beschreibung.
Aber den “Zeitgeist” (wunderbar verheucheltes Wort) eines Fragmentes dieser Jugend trifft das ganze hier glaube ich wunderbar :)
am Mittwoch, 11. November 2009 um 22:13 Uhr
Der Artikel ist Klasse. Aber hat irgendwie ein wenig wehgetan das zu lesen und sich so sehr darin wiederzuerkennen.
Hast da wirklich irgendwas auf den Punkt gebracht!
am Mittwoch, 11. November 2009 um 22:25 Uhr
Social comments and analytics for this post…
This post was mentioned on Twitter by Twittologe: *lesenswert* Die MGMT-Generation http://tinyurl.com/yhol9sg via @spreeblicknews…
am Mittwoch, 11. November 2009 um 23:14 Uhr
Du sagst es… du hast meinen Zustand treffend beschrieben!
Danke für diese Erkenntnis!
am Mittwoch, 11. November 2009 um 23:35 Uhr
ich kannn mich den vielen kommentaren eigentlich nur anschließen.
wirklich gut ge- und in vielen Teilen treffend beschrieben.
vor einiger Zeit bin ich zufällig auf einen alten Artikel des “unispiegel” auf SpOn gestoßen
(http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,211192,00.html) der zumindest den Aspekt der Unsicherheit der Mit-Zwanziger mMn in ähnlicher Weise treffend aufgreift.
Dieser und der SpOn-Artikel sind, finde ich, in gewisserweise identitätsstiftend durch Aufzeigen kollektiver Identitäslosigkeit (od. vielleicht besser Identitätssuche)… das mag – wie Christian schreibt – manchmal vielleicht auch ein bisschen weh tun, sich darin wiederzufinden, aber es ist doch auch beruhigend zu sehen, dass auch andere die gleichen Gedanken und Unsicherheiten mit sich herumtragen und dieses vielleicht eben einfach ein Teil dieser jungen 2.0-Generation ist.
am Donnerstag, 12. November 2009 um 00:16 Uhr
Ich bin begeistert von Franzis Artikel und noch mehr von Tetus’ Kommentar. Viele genannte Punkte finde ich (frisch 19 Jahre alt) in meinem Umfeld wieder.
Ich denke das größte der Probleme ist, dass es kaum welche gibt. Deutlciher, um es mit Fight Club zu sagen:
“Unsere Generation hat keine große Depression, keinen Krieg. Unser Krieg ist spirituell. Unsere Depression ist unser Leben.
Im Leben der Freiheit und des gewohnten alltäglichen Überflusses sind wir in der Bedeutungslosigkeit angekommen. Uns stehen alle Möglichkeiten offen, doch wir wagen nicht, zu wagen , verharren in der sicheren Lethargie.
Wenn du aufwächst und dir ist von Anfang an alles gegeben, ruhst du dich darauf aus. Wenn die Schule, die Zukunft so grau erscheinen wie Gewitterwolken, wählst du lieber den Weg des geringsten Widerstandes, nämlich vermeintlich Happy Sunshine den ganzen Tag- Party, chillen, saufen, Computer, Fernseher, Xbox, Ablenkung, um bloß nicht nachzudenken.
Denn ich glaube nicht, dass mein Leben irgendeine Bedeutung hätte. In dieser friedlichen, saturierten kleinen Welt zu leben mag komfortabel sein, aber es nimmt dem Leben auch den Sinn. Meine Generation hat idR keine Traditionen, keinen Glauben, kein Ziel. Es bleibt einem nichts anderes übrig als orientierungslos angesichst der tausenden Möglichkeiten umherzutreiben, und sich zu fragen, warum das eigene nicht so ist wie das FErnsehen einem weismachen möchte.
Tetus hat mit seinen Beobachtungen Recht. Man schafft sich eigene Strukturn, die man in der Welt vergeblich sucht. Wer keine Vorbilder hat, schafft sich welche. Wer keinen Gott hat, schafft sich Götzen. wir frönen dem täglichen MCDonalds-Besuch und schütten uns Cola in Unmengen rein, wir gucken Supertalent und Schlag den Raab. Die Religion der Spaßkultur. Da macht es glaube ich auch keinen Unterschied, wie gebildet der einzelne ist, das einzige was sich ändert, ist das (geistige) Niveau, auf dem man sich langweilt.
Das war vllt etwas diffus, aber ich glaubte, etwas zu dem Thema sagen zu müssen.
am Donnerstag, 12. November 2009 um 00:25 Uhr
[...] Die MGMT-Generation Franzi’s lesenswerte Gedanken über den Soundtrack “unserer” Generation. [...]
am Donnerstag, 12. November 2009 um 00:39 Uhr
Der Beitrag ist sehr gut und beschreibt sehr gut ein menschliches Lebensgefühl. Aber das ist kein Generationenproblem. Das Problem nichts wirkliches mit sich anfangen zu können gab es bisher in jeder Generation und wird es auch immer geben. Vielleicht ist es eher das Alter. Man muss sich im eigenen Leben einrichten und seinen Platz finden. Und nur wenige finden einen außergewöhnlichen Platz, obwohl sich alle danach sehnen. Und das treibt die Massen in die Castingshows, nicht unsere “Zeit” und auch nicht die Tatsache zwischen 1980 und 1990 geboren worden zu sein @Tetus.
Sinnsuche, Identitätssuche, das hatten sie doch alle. Der einzige Grund, warum wir es für ein Problem *unserer* Generation halten ist doch, dass wir eben da mitten drin stecken und zu faul sind das Geschreibsel der vorhergegangenen Generationen zu lesen. Aber da steht genau das, was hier steht.
Vielleicht ist das das eigentliche Problem unserer Zeit: Es ist alles gesagt. Jede Philosophie wurde schon 5-10 Mal “Neu” entdeckt. Die Akademiker dieser Zunft verkriechen sich und hoffen, entweder ihre Redundanz oder ihre Bedeutungslosigkeit in immer längeren Schachtelsätzen und Neologismen verbergen zu können. Aber auch das gibt es ja angeblich schon etwas länger.
Die Lösung? Die kann man nur für sich selbst finden. Oder gar nicht.
am Donnerstag, 12. November 2009 um 01:21 Uhr
Ich schliesse mich Jan an. Du hast einen wunderbaren Artikel geschrieben, aber er funktioniert nicht wenn er unsere Generation beschreiben soll. Denn du sprichst über die Modeblog-betreiber/innen, die Melt-und Dockville-Besucher/innen, die Kunst-und KD-Student/innen, die Vintage-syteler/innen (..) zu denen ich mich durchaus auch zähle oder zählen will. Und auch wenn das wahrscheinlich die stilprägendste und aktuell hipste aller Jugendkulturen ist, ist sie doch nur ein kleiner Teil einer ungeheuer vielschichtigen Generation. Es gibt ebenso viele aus diesen Jahrgängen, die sich dadurch auszeichnen überhaupt keine Eigenschaften zu haben. Die so glatt gespült sind von den alltäglichen Konsumwellen und dem Wunsch nach makellosen Karrieren, dass sich die kulturellen Interessen eben 1:1 der heavy rotation im radio und dem pro7-programm anpassen.
am Donnerstag, 12. November 2009 um 01:53 Uhr
Zuerst einmal: Toller Text! (Durch einen Link darauf bin ich überhaupt erst auf diesen Blog gestoßen.) Vieles was Du erwähnst, ging mir auch schon ähnlich durch den Kopf, aber wieder aus ein ganz anderen Perspektive.
Mit 23 Jahren falle ich wohl ziemlich gut in die beschriebene Generation bzw. ich würde mich selbst auch eher dem beschriebenen Teil davon zuordnen (vgl. Kommentate von Johanna und nico). Mit einer leichten Ausprägung des Asperger-Autismus, die mir die meisten Probleme bei vor allem eher emotional geprägter Kommunikation beschert, findet man sich aber teilweise in dieser “Welt” noch schwieriger zurecht. Denn trotz der kommunikativen Probleme empfinde ich ein Bedürfnis, an den Dingen, die um mich herum geschehen, teilzuhaben. (Das ist, genau wie die Probleme, mit denen ich mich konfrontiert sehe, bei jeden Aspie unterschiedlich ausgeprägt. Nicht jeder Aspie verspürt dieses Bedürfnis, bei mir entwickelte es sich verspätet.) So hatte und habe ich häufig das Gefühl, dass über die Schnelllebigkeit “meiner Generation”, an der man so richtig nur mit entsprechend ausgeprägter Kommunikation teilhaben kann (das ist zumindest mein Eindruck), Vieles an mir vorbeiging und -geht, was ich eigentlich interessant und spannend finde.
Die Worte des Beitrages – und natürlich auch der Kommentare, die will ich hier keinesfalls unterschlagen – zeigen mir, dass selbst die, die mittendrin sind, es auch nicht immer einfach dabei haben. Ich werde immer dann daran zurückdenken, wenn ich glaube, dass ich wieder etwas verpasse. Es ist ein Anstoß für mich, mich wieder mehr darauf zurückzubesinnen, ruhig wählerischer bei den Dingen, mit denen ich mich beschäftigen möchte, zu sein. Denn eigentlich ist das die Stärke des Aspies, sich nicht zu sehr beeinflussen zu lassen. Hier habe ich mir wohl eine eigentlich positive Eigenschaft beim Abschauen “üblicher Verhaltensweisen” abgewöhnt. So kann ich in vielen Jahren vielleicht ohne Kopfschütteln auf eine entspannte, schöne Zeit zurückblicken.
Liebe Franzi (auch wenn wir uns nicht kennen, möchte ich diese Ansprache wählen), vielen Dank für den wunderbaren Text! :-)
am Donnerstag, 12. November 2009 um 02:04 Uhr
Nach meiner Definition von Stolz kann man nur stolz sein auf Dinge, die man selbst erschaffen hat. Insofern kannst Du nicht stolz sein, in diese Zeit geboren zu sein, aber glücklich und dankbar. Und das bin ich auch.
am Donnerstag, 12. November 2009 um 02:12 Uhr
Sehr gut gedacht und geschrieben.
Ich glaube 98% aller jüngeren (älteren?) Leser deines Artikels werden sich in einigen (allen?) Zeilen deines Artikels widerspiegeln.
Deine Zusammenfassung der Gesellschaft in der wir leben (und aufwachsen) hat es auf den Punkt gebracht. Wir vernachlässigen unsere sozialen und menschlichen Werte und werden zu Puppen unserer Gesellschaft; und du wühlst das klassische Thema “Wer bin ich?” auf. [...]
Lesenswerte Gedanken.
am Donnerstag, 12. November 2009 um 02:24 Uhr
<3
am Donnerstag, 12. November 2009 um 03:12 Uhr
Nur mal kurz betreffend “cool”: “Cool sein” ist “souverän sein”.
Das tun was man kann, fast so gut wie man es könnte. Dieses für sich feststellen, seine Grenzen kennen, aber auch seine Möglichkeiten. Dieses bei Interaktion mit dem Aussen ehrlich darstellen.
Darum dreht sich es sich eigentlich bei Coolness. Nix weiter.
Natürlich hat dieser und jener Designer in London diese Schuhe angehabt, die ich jetzt auch dringend haben muss, aber wenn ich nichts anderes mitgenommen habe als die Schuhe, wird es mir für meine Coolness nix nützen, bzw. ich kann nur noch Uncoolere als mich beeindrucken, aber das könnte ich ohne diese Schuhe eh, vorausgesetzt ich bin cool.
(Jahrgang 1967, von Spreeblick hierhergeschickt, meist cool)
am Donnerstag, 12. November 2009 um 04:16 Uhr
[...] was DER Soundtrack dieser Generation ist, in der wir uns tummeln. Dann ging es zum Beispiel bei indigoidian weiter, was den Johnny wiederum bewegt(e). Jedenfalls bewegt sich da gerade etwas durch die Gegend. [...]
am Donnerstag, 12. November 2009 um 06:25 Uhr
sehr gutes generationsabschnittsporträt – definitiv der coolste abschnitt.
am Donnerstag, 12. November 2009 um 10:56 Uhr
In Ordnung. Ich finde mich vielleicht in vielem wieder. Und ihr besitzt alle ein tolles Talent die Realität in Worte zu fassen. Vor allem John_Miltons Beitrag bringt es für mich auf den Punkt.
Aber es ist nicht schön, solche Artikel zu lesen; Alles, alles scheint so schlecht.
am Donnerstag, 12. November 2009 um 11:22 Uhr
danke fürs aus der seele sprechen und danke fürs aufschreiben. an die autorin und an die kommentatoren.
@M1AUS http://www.indigoidian.de/2009/11/11/die-mgmt-generation/#comment-4254
hast du ein paar beispiele zum geschreibsel der vorangegangenen generationen? vielleicht hilfts ja uns und den nachfolgenden?!
am Donnerstag, 12. November 2009 um 11:57 Uhr
[...] Die MGMT-Generation. Lesen! [...]
am Donnerstag, 12. November 2009 um 13:07 Uhr
[...] and created the MGMT-Generation. This Creation was picked up by Franzi at Indigoidian, who wrote an article about this so called MGMT-Generation. This article read Johnny again and was so fascinated about [...]
am Donnerstag, 12. November 2009 um 13:39 Uhr
Super Text. Bin 22 und passe demnach voll in das Schema und kann mich dem auch zu hundert Prozent anschließen.
Allerdings muss ich einem der Kommentatoren hier recht geben, die gesamte Altersgruppe der 19-29 jährigen passt nicht in dieses Schema, ich würde eher eingrenzen und die Grenze bei 25 setzen und selbst da gibt es genug Leute, die wie oben geschrieben eher gar nichts sind. Ich glaube unsere Generation wird man später nicht so einfach mit einem Schlagwort charakterisieren können. Man könnte uns vielleicht als “unscharf” bezeichnen. Eine Generation mit vielen Facetten, aber wenig Schärfe. Oder die Individualisten-Generation. Alle sind so individuell, das es schon gar nicht mehr auffällt, wenn jemand individuell ist. Irgendwie sind doch alle gleich. Aber halt nicht klar abgegrenzt. Die verschwommene Generation. So würde ich mich auch eher fühlen. Allerdings lebt mein Leben schon nach deiner beschriebenen MGMT-Generation (übrigens eine meiner Lieblingsbands zur Zeit :D )
am Donnerstag, 12. November 2009 um 14:02 Uhr
schön, allerdings würde ich erfahrungsbedingt hinzufügen: die geschilderte generation beschränkt sich weitgehend auf stark urbanisierte räume – auf dem land, in den käffern etc. sieht das nicht ganz so aus.
grüße
d
am Donnerstag, 12. November 2009 um 14:03 Uhr
willkommen in der verhassten und leidenschaftlich geliebten postmoderne!
das haben viele schon vor dir schon in den 50ern begriffen. (umberto eco zum beispiel, der von der offenheit des Kunstwerkes sprach.)
naja, und eigentlich war es auch schon immer so.
wir neigen aus der durch logik der dialektik erlangten erkenntnis über frühere epochen, dazu,sie als konservativ und festgefahren und, die, in der wir leben, als chaotisch und dennoch frei zu empfinden. (gefühlsgeflashed von den neuen Dingen, die uns umgeben)
wie gesagt, das war schon immer so. im mittelater, renaissance, moderne, postmoderne. hängt mit der antiqiertheit des menschen zusammen.
:)
dennoch, sehr schön zusammengefasst. ich mochte mgmt auch mal, in einer oberflächlichen Phase meines banalen Lebens. ;-)
am Donnerstag, 12. November 2009 um 14:37 Uhr
is schon alles okay: aber es spukt mir doch zu ville spoon- und neondreck gedankengut herum! zu ville medien- und internetscheiss! zu ville von produkt- und firmenpropaganda! das scheint mir zu stark die grundlage zu bilden!
mehr lebendiger hautbeutel mehr autonomes herz & hirn und mehr leber: um das geht es doch!
ich bin aber auch ein alter sack!
;-)
alles gute!
m.
am Donnerstag, 12. November 2009 um 14:39 Uhr
Schöner Artikel. Und spontan fällt mir dazu ein: Ihr (also Deine beschriebene Zielgruppe von relativ jungen Menschen) seid so…”Mahler”esque!
Teilweise romantisch, aber doch auch expressiv und doch bis ins innere Mark komplett zerrissen.
am Donnerstag, 12. November 2009 um 16:05 Uhr
[...] Sehr, sehr schöner Text, der nur am Rande fragt, welcher Soundtrack für unsere Generation steht und in dem es vielmehr darum geht, was genau unsere Generation eigentlich ausmacht. [...]
am Donnerstag, 12. November 2009 um 16:23 Uhr
Ich würde Felix recht geben und nochmal einen Schnitt zwischen 19 und 29 Jahren machen. Ich bin 26 Jahre alt und wenn ich mir zum Beispiel meinen Bruder mit 23 Jahren oder die noch jüngeren Leute anschaue, dann ist das vom Gefühl her nochmal etwas völlig anderes.
Dein Artikel ist klasse geschrieben und auch die Kommentare darunter zeigen, dass Du da mächtig was angestoßen hast. Ich bin mit meiner Meinungsfindung noch nicht am Ende, da mir im Augenblick grad die Zeit fehlt, aber heute Abend werd ich mich mit diesem Thema sicherlich noch einmal intensiver auseinander setzen.
Nur soviel – meiner Meinung nach legen die Mitt- bzw. Endzwanziger teilweise noch auf ganz andere Werte ihre Schwerpunkte als die Anfangzwanziger. Man sollte bei der ganzen Thematik jedoch nicht vergessen, dass zehn Jahre Lebenserfahrung zwischen 19 und 29 liegen.
am Donnerstag, 12. November 2009 um 16:43 Uhr
an die Kommentatoren:
Ich denke mal den größten Teil der Reaktion verdanke ich wirklic der Erwähnung auf Spreeblick. Hätte nicht erwartet, dass ein Beitrag, den ich sozusagen spontan in der Mittagspause geschrieben hab, so viele Reaktionen bekommt (auch wenn mich das Thema momentan ohnehin ein bisschen beschäftigt). Eure Kommentare sind klasse, finde sie teilweise ausführlicher als meinen eigenen Beitrag.
Der Meinung der meisten, dass es zwischen einem Alter von 19 und einem Alter von 29 teilweise doch schon einige Unterschiede gibt und ich da vielleicht ein bisschen zurückgehen sollte, schließe ich mich, nachdem ich mir alles hier durchgelesen habe, an. Es betrifft wahrscheinlich zum weitaus größeren Teil Leute wie mich, ich sag mal 20 – 25jährige.
Trotzdem wie gesagt: Lieben Dank. Da hat Sara mit ihrem Kommentar richtig was losgetreten. :)
am Donnerstag, 12. November 2009 um 17:14 Uhr
Sehr toll geschriebener Artikel, bei dem ich definitiv sehr viel nachvollziehen und wiederfinden kann.
Aber ( und das obwohl ich 27 bin und in einer Großstadt lebe und der Indiemusik zugetan bin und ein von existenziellen Sorgen weitestgehend befreites Leben geführt habe) ich glaube doch, dass M1AUS da eine sehr berechtigte Anmerkung gemacht hat, mit dem Hinweis, dass diese Identitätskrise/-suche nicht unbedingt etwas spezifisches für *unsere* Generation ist, sondern vielleicht doch eher typisch für diese Altersklasse gesamt (in früheren Epochen, wo man schon jünger “erwachsen” werden musste, vielleicht auch altersmäßig etwas nach unten geschoben).
Der Unterschied ist vielleicht, was Du ja auch angesprochen hast, dass unserer Generation die “großen” und “existenziellen” Aufreger fehlen, an denen wir uns aufreiben und zu einem Stück weit auch selbst definieren können.
Naja, so viel nur dazu. Ich geh jetzt eine Medienkritik schreiben. Oder sowas.
am Donnerstag, 12. November 2009 um 17:41 Uhr
“Wir sind eine tolle, kreative, einzigartige, vielfältige, traumhafte Generation. Und manchmal kotzt mich diese Generation an.”
Ich habe auch nichts gegen uns. Wir sind mir nur manchmal zu tja.
am Donnerstag, 12. November 2009 um 17:56 Uhr
Ebenso bemerkenswert (und vielleicht auch Bestandteil dieser Generation) ist, dass es immer solcher Beiträge bedarf um uns unser eigenes Gefühl erklären zu können.
Siehe: “[...] hat irgendwie ein wenig wehgetan das zu lesen und sich so sehr darin wiederzuerkennen.” oder “[...]meinen Zustand treffend beschrieben! Danke für diese Erkenntnis!”
Andererseits, seit Jahrhunderten lesen junge Menschen Bücher oder hören Reden in welchen sie sich auf einmal wiedererkennen und eine Erklärung für dieses diffuse Gefühl in sich selbst finden.
Bravo.
am Donnerstag, 12. November 2009 um 17:58 Uhr
Die MGMT-Generation oder Was verbindet unsere Generation?…
Ein schöner Artikel und ein paar schlaue Gedanken zu der Fragestellung: Was unsere Generation verbindet.
……
am Donnerstag, 12. November 2009 um 19:03 Uhr
[...] las ich auf indigoidian einen Artikel, der sich damit beschäftigt, ob es eine Definition, einen Soundtrack gibt für unsere Generation. [...]
am Freitag, 13. November 2009 um 02:10 Uhr
dito
am Freitag, 13. November 2009 um 17:39 Uhr
Mal ehrlich Leute, ihr nehmt euch selbst viel zu wichtig.
Dieses selbstherrliche und verblendete Geschwätz ist ja nocht zu ertragen.
am Freitag, 13. November 2009 um 20:29 Uhr
[...] I’m feeling rough, I’m feeling raw, I’m in the prime of my life Veröffentlicht in Nicht einsortiert von Manuel am 13. November 2009 Es ist schon drei Tage alt, also nach Internet-Maßstäben von vorvorgestern (wenn ich genauer überlege, nicht nur nach solchen), aber ich will den Beitrag dennoch verlinken. Recht hat sie, die Franzi! Link — „Die MGMT Generation“ [...]
am Freitag, 13. November 2009 um 23:19 Uhr
so ein behinderter scheiß. gib mir meine zwei minuten zeit zurück.
am Samstag, 14. November 2009 um 07:26 Uhr
wow! toller text. und du hast meine freundin sehr genau beschrieben (ich bin schon was älter), geb’s ihr mal zu lesen und höre, was sie sagt.
am Samstag, 14. November 2009 um 11:59 Uhr
Hallo zusammen,
bin hier nur durch Zufall druebergestolpert. Und muss sagen ein guter Blog der zu weiteren Gedanken anregt.
Was mir dazu einfaellt ist die Sichtweise auf Generation. Was bedeutet Generation? Ist das was uns eint Bestandteil einer Generation? Jeder Mensch waechst in einem bestimmten sozialen Umfeld auf, das ihm bestimmte Vor- und Nachteile bietet. Ist der Blickwinkel aus der eigenen Situation so einfach zu verallgemeinern (auf eine Generation zu beziehen)?
Ich denke aus der eigenen Konstellation koennen sich eigene Ziele eine eigene Identitaet ergeben.
Der Begriff Spassgeneration wurde schon viel frueher gepraegt. Diese Leute sind nun aelter und bilden einen Teil unsere Gesellschaft die nicht nur Spass haben will sonder vielleicht auch spiessig ist.
Die Alten haben schon immer ueber die Heranwachsende Generation gelaestert. Und dennoch ist bis heute nichts aus dem Ruder gelaufen.
Die heutige Medienlandschaft funktioniert auch nicht fundamental anders. Springer gibt es schon seit den 40ern. Brot und Spiele…
Was mich erstaunt ist der Umgang mit den Social Networks und der neuen Technik. Ich nutze zwar meinen Rechner fuer Mail etc. aber schon beim Chatten hat mir der Reiz gefehlt.
Dieses Selbstverstaendnis im Umgang mit den neuen Moeglichkeiten zeichnet m.M. eine Generation aus.
Fuer meine Grosseltern war es unvorstellbar das nun nahzu fuer jden moeglich ist einmal um den Globus zu reisen. Fuer mich ist der Reiz jemanden der evtl. neben an wohnt ueber die neuen Medien zu kontaktieren (das Signal evtl. um den halben Globus zu leiten um mit ihm zu kommunizieren) nicht ohne weiteres nachzuvollziehen. Vielleicht wird hier das Medium zum Zweck der Kommunikation?
Super Blog ++
Schoenen Tach noch …
am Samstag, 14. November 2009 um 15:01 Uhr
Was wäre bei deiner Beschreibung der Unterschied zur “Generation X” oder zur Generation der
Slacker aus der Zeit der frühen 90er Jahre?
am Samstag, 14. November 2009 um 16:00 Uhr
***Yeah it’s overwhelming, but what else can we do? Get jobs in offices and wake up for the morning commute?***
am Samstag, 14. November 2009 um 16:03 Uhr
@lockedroom: Gute Frage. Die haben damals noch keine Haarbänder getragen, wäre meine spontane Antwort ;-) Und man hatte nicht die Möglichkeit ihnen bei der Zelebrierung ihrer eigenen Konsumgeilheit und Verzweiflung zuzusehen. Dafür haben wir ja heute das Internet. Das ist der wohl größte Unterschied. Ansonsten geb ich allen Recht die sagen, dass die Leute früher ähnliche Ängste und Verhaltensweisen an den Tag gelegt haben, nur konnte man ihnen dabei einfach nicht so genau zuschauen.
Und ich glaube, die Leute heute legen neben ihren ganzen “ausgefallenen” Eskapaden doch noch wert darauf, irgendeine “Karriere” vorweisen zu können. Weiß nicht ob das früher auch so war.
am Sonntag, 15. November 2009 um 01:00 Uhr
[...] Read ON von Farun | Über den author: Tags: keine [...]
am Sonntag, 15. November 2009 um 16:59 Uhr
[...] Zeit später der Shooting Star unter den deutschen Blogs. Dass sie neben Artikeln über MGMT auch noch mehr zu bieten hat, beweist sie unter anderem mit “Dialoge. Eskalationen. [...]
am Montag, 23. November 2009 um 15:26 Uhr
Sehr gut getroffen!
am Montag, 23. November 2009 um 23:51 Uhr
“Wir haben Tausend Freunde, aber kennen nicht einen davon.”
Ihr habt tausend Freunde und ihr hört frittenbude und den ganzen indie-kram.
ich passe auch in eure altersgruppe. aber ich scheiße auf euch.
mgmt-generation..blablabla..
ein haufen auswechselbarer myspace-elektro-spastis mit e-gitarre werden von euch als intelektuelle tanzmusik gepriesen während ihr versucht talentfrei grafiker oder künstler zu werden. ihr seit ein gutes beispiel für ein wachsendes problem in der globalisierten welt: individualität. das ist heutzutage alles und niemand.
ihr drückt euch alle geschwollen und gebildet aus. ihr seit einfach nervig.
ihr seit achtziger. und spätestens mit 40 macht ihr doch einen langweiligen bürojob, habt kinder, versucht ökologisch sowie politisch korrekt zu sein und trinkt nur noch wenig.
mittlerweile hat die ganze neon-baggage die ersten indie-rentner erkannt und eine zeitschrift namens NIDO herausgebracht. Für “die junge hipster familie”, vom koksenden partyvogel zum biogemüse fressenden familienmenschen.
WIRKLICH, ALSO WIRKLICH JEDE GENERATION HÄLT SICH FÜR ETWAS BESONDERES.
LETZTENENDES KÖNNTET IHR EUREN ELTERN ABER MIT 60 DIE HAND SCHÜTTELN, WENN SIE NOCH LEBEN. IHR SEIT DIE GLEICHEN SPIEßER.
Papa mit Hornbrille und Strickpulli. Ihr auch, aber mit Haarband und drei-tage bart.
“Das trägt man heuzutage so, Papa!”
am Mittwoch, 25. November 2009 um 00:01 Uhr
jep,sehr wahre worte!!!
am Dienstag, 1. Dezember 2009 um 09:41 Uhr
[...] habe ich den fast berühmten Artikel auf Indigoidian gelesen und nochmal gelesen und nochmal gegrinst. Wobei wir heute nicht mehr wissen was cool ist [...]
am Donnerstag, 17. Dezember 2009 um 00:27 Uhr
Schade, dass du nur kritisierst anstatt selber auch etwas von deiner eigenen Meinung preiszugeben. Ich fand den Artikel oder wie man das auch nennt lesenswert und war überrascht über die Reflektiertheit die hinter der ganzen Sache stehen muss… Die Antworten habe ich überflogen und besonders die von tetus hat noch mehr meine eigene Meinung getroffen! Ich persönlich bin leider von einem wesentlich negativeren Bild meiner Generation geprägt… Bin aber vllt auch noch n bischen zu jung für die beschriebene Generation… Mein Eindruck war und ist verstärkt, dass aus dem Geltungsstreben heraus die Jugendlichen immer rückgratloser wurde und sich aus der beschriebenen innerlichen Vereinsamung Aggressionen bilden die zu einer auffälligen gewaltbereitschaft führen bishin zur maßlosen Selbstüberschätzung. Wie ein Teufelkreis wird versucht aufgrund der Verarmung von “Geist & Seele” auf Partys, Drogenexzessen und ähnlichen Veranstaltungen diese Lücke zu füllen, was bleibt ist meist der Frust, dass dies nicht mit solchen Veranstaltungen möglich ist.
Grundsätzlich finde ich aber, dass es überhaupt nicht schlimm ist mit 40 oder 60 genauso ein Spießer zu sein wie Mama & Papa, denn wahre Stärke ist es nicht sich irgendwelchen Prinzipien zu versklaven oder bestimmte Einstellungen grundsätzlich abzulehnen, sondern wenn man es selber für wahr und richtig erachtet sich dafür zu entscheiden. Und meiner Meinung nach ist es nunmal wahr und richtig seine Jugend zu genießen, die Intensität auszuleben und vllt noch nicht auf politische Korrektheit zu achten. Generationen vor uns haben das getan, wenn vllt auch nicht so intensiv, und Generationen nach uns werden es ihren Vorgängern gleichtun. Und nur die alten Spießer halten nun mal die Welt so zusammen, dass uns das so möglich ist. Warum also diesen Sinneswandel in späteren Jahren so negativ abstempeln? Ich sehe dazu keinen Anlass und freue mich jetzt an meiner Jugend und werde mich in 40 Jahren oder schon früher an meinem Spießerdasein erfreuen ;)
Soviel dazu =)
am Sonntag, 20. Dezember 2009 um 11:46 Uhr
Chön, Chön…
Ich empfehle als Soundtrack für die denkende _UND_ arbeitende Generation Krawallbrüder…
http://www.youtube.com/watch?v=pPy5zDzpa80
hahahahhahahhaahahhahahaaa
am Donnerstag, 24. Dezember 2009 um 06:44 Uhr
wow, es ist fast 6h morgens und ich lese deinen text mit vollster aufmerksamkeit, die mein hirn in dieser uhrzeit noch zulässt! ich stimme dir zu, und der text ist wirklich wirklich gut geschrieben. der von dir beschriebene zustand unserer generation konnte ich vermehrt beobachten. aber ich kann auch johannas beobachtungen bestätigen. es ist wohl ein zwischending in meinem umfeld…
wie auch immer, wollte eigentlich nur meine begeisterung für deinen text aussprechen, für alles andere bin ich zu müde und not easy with words enough.
am Montag, 11. Januar 2010 um 16:34 Uhr
sehr spät & ein wenig anders:
natürlich muss man die Selbstironie berücksichtigen, die aufkommt, wenn man einen derartigen Beitrag auf einer derartigen Seite veröffentlicht.
3 Punkte dazu:
1. widerspreche ich in einem grundlegenden Punkt der oben aufgestellten Thesen. “Wir” sind alle irgendwie bisexuell und schreiben uns jene Eigenschaften zu, die man als unentschlossen, offen und unabhängig oder zumindest dem Versuch es zu sein, zuschreiben würde. Eine Tatsache die eventuell auf viele bloglesende Kinder aus Akademiker-Familien zutrifft, eine Kategorie in die man auch zur heutiger Zeit nur einen Bruchteil der beschriebenen Altersgruppe einordnen kann. Auch zwischen 19 und 29 gibt es genug Menschen, die monogam leben, die heiraten, Kinder kriegen und in die Doppelhaushälfte ziehen oder ziehen wollen – in genau dieser Reihenfolge. Andererseits haben selbstverständlich nur die Menschen, die sich in diesem Beitrag wiederfinden das Befürnis die Definition einer Generation auf einem Blog zu veröffentlichen.
2. wundert es wohl niemanden, dass die selben Menschen keinerlei Bedürfnis haben, diesem Artikel irgendeine Art von Kritik entgegenzubringen.
3. Generation MGMT? Die Überschrift, welche Grund für das generelle Interesse an diesem Beitrag war, liegt gar nicht so daneben, entfernen wir uns mal von den so gerne verwendeten Abkürzungen (die vermutlich ebenfalls bezeichnend für eine gewisse Gruppe, gewissen Alters sind) und sehen das “Management” dahinter. Management ist vermutlich DIE Begabung. die von der entsprechenden Altergruppe gefodert und zugleich angestrebt wird. Koordination von Idealismus und Pragmatismus, Style und “No-Style”, Individuum und Gesellschaft. Alles gespickt mit der Angst nicht relevant zu sein. Das sind künstlche Probleme, die sich Generation MGMT erschafft um eine Beschäftigung zu haben? Vielleicht eher jene einer Gruppe von Menschen die im Internet die Selbstbestätigung sucht und sich gegenseitig Honig um den Mund schmiert. Sollten diese Probleme künstlich sein, so sind sie keinesfalls erst eine Erfindung einer aktuellen Generation. Sollten diese Probleme die Einzigen sein, so ist auch das kein Problem der aktuellen Generation. Es ist ein Problem der Sichtweise, die sich im Internet garantiert nicht ändern lässt.
am Donnerstag, 21. Januar 2010 um 00:26 Uhr
[...] aber allein durch die Fundstücke & Zitate sowie den grandiosen Text über die MGMT-Generation dürfte Franzi hoffentlich viele [...]
am Sonntag, 21. Februar 2010 um 20:51 Uhr
[...] nachdem das Electro-Duo durch ihr Meisterwerk “Oracular Spectacular” bereits von Franzi und Johnny als der Sound unserer Generation abgestempelt worden sind. Dieses wird im April auf uns [...]
am Dienstag, 2. März 2010 um 20:07 Uhr
Hallo zusammen.
Ich muss sagen, dass ich deinen (Franzis) Text als ziemlich treffend empfinde. Und ebenfalls als bitter, da ich mich selbst zum Teil wiedererkenne und mich diese Tatsache doch schon peinlich berührt. Mit Sicherheit haben wir es nicht leicht, aber manche Eigenschaften (Desinteresse!!) dieser ‘Generation’ sind auch selbstverschuldet, wie ich finde. Gibt es doch immer noch genug Dinge, die unser Interesse fordern, und es wert sind, sich gesellschaftlich und politisch (am besten via Internet, denn da sind wir den Alten voraus ;-)) zu engagieren.
Darüber hinaus habe ich das erste mal als ich den Begriff ‘MGMT-Generation’ aufgeschnappt habe, zuerst nur Positives damit assoziiert: eine Generation so verschiedener Leute, gegenseitig so akzeptiert und so grundverschieden, wie es sie nach meiner Meinung in dieser Weise nicht annähernd gab. Eine Generation mit so vielen Möglichkeiten, mit dem Internet um WELTWEIT mit jedem zu kommunizieren, die Möglichkeit zu haben, Gleichgesinnte auf jedem Kontinent zu finden. Eine Generation, die sich die neue Macht Internet untertan gemacht hat und so viel mehr über sie weiß als ihre Vorgänger. ‘MGMT-Generation’ stand für mich für Vielfalt, Farbe, Toleranz und Facettenreichtum und das Bewusstsein für das so alltäglich Schöne, was unsere Generation genießen kann, wenn sie nur WILL.
Ich könnte dem jetzt noch so einiges ergänzen, aber das war erstmal mein dringlichstes Anliegen.
Macht weiter so hier!