Faszination Fußball
Bald fängt die neue Fußballsaison wieder an, was mich dazu veranlasste, diesen kleinen „Bericht“ zu schreiben. Ich bin kein fanatischer Fußballanhänger, verstehe jedoch die Abseitsregel und weiß in groben Zügen, dass es darum geht, dieses runde Ding ins Netz zu bekommen.
Vielmehr verfolgt mich jedoch die Frage: Warum gibt es ausgerechnet in diesem Sport so viele gutaussehende Männer?
Die Antwort wäre theoretisch ganz einfach. Bei 22 Leuten, die man während so eines Spieles vor sich rumturnen sieht, stehen die Chancen höher, jemanden davon gutaussehend zu finden, als bei zwei Leuten, die gegeneinander Tischtennis spielen.
Aber ich möchte die Sache von einer anderen Seite angehen. Zum Beispiel stelle ich mir zunächst einmal die Frage, inwieweit Fußballer, was ihre Haarfrisur betrifft, von ihren Mannschaftskameraden inspiriert werden.
Wir haben da einen 19jährigen Fußballer, talentiert, ein bisschen schüchtern vielleicht, offensiver Mittelfeldspieler, hat gerade seine Ausbildung zum Mechatroniker beendet, freut sich darüber, von einem regional erfolgreichen Verein auserwählt worden zu sein und von nun an aktiv am Geschehen teilzunehmen.
Der 19jährige Fußballer, wir nennen ihn mal Kai-Uwe, ist trotz seiner zurückhaltenden Art ein bodenständiger und eigentlich sehr selbstbewusster Typ. Während seiner Ausbildung zum Mechatroniker hat er sich nicht von den zwei coolen Typen der Berufsschulklasse – Steven und Christopher – beeinflussen lassen, er war durchschnittlich intelligent, kein Frauenheld, dennoch gesellig und abenteuerlustig. Kai-Uwe trägt seine Haare völlig unmodisch, er legt wenig Wert auf Haargel, dafür schläft er morgens länger.
Kai-Uwes große Leidenschaft ist der Fußball.
Bei seinem ersten Tor – 15. Spieltag, 83. Spielminute gegen den TSV Guckmawieichschießenkann – fällt ihm auf wie die Mädchenclique in der Ostkurve bestehend aus der diskutierfreudigen Katharina, der pummeligen, aber dennoch hinreißenden Maren und der faszinierenden Lucy-Woh (einer gebürtigen Vietnamesin mit tollen Brüsten) begeistert jubelt und in die Hände klatscht. Ihm gefällt das. Dennoch schlafen nach dem Spiel die Rückennummer 4 (Sören), die Rückennummer 12 (Lars), die Rückennummer 2 (David, ausgesprochen Dävid) und der eingebildete Käpt´n ( Robin) mit der Mädchenclique.
Kai-Uwe stellt sich umgehend die Frage: Woran liegt das?
Beim gemeinsamen Duschen beäugt er die Genitalien der anderen. Nichts Ungewöhnliches feststellbar, alles wie immer, Durchschnittsgröße.
Kai-Uwe hat außerdem schon länger ein Auge auf die pummelige aber dennoch hinreißende Maren geworfen und findet es eine Frechheit, dass dir Rückennummer 12 bei ihr zum Zuge kam (um bei der Sportart zu bleiben: zum Schuss).
Bei der Weihnachtsfeier wird es Kai-Uwe dann schlagartig klar.
DIE FRISUR! ES IST DIE FRISUR!!!!
Denn weibliche Fußballfans stehen grundsätzlich auf die durchgestylten Fußballer. Um ungestylte Durchschnittstypen zu sehen, gehen sie auf Schützenfeste, doch nur auf dem Fußballplatz begegnen sie diesen faszinierenden Geschöpfen mit den schönen Frisuren.
Die Haarfarbe ist egal. Was zählt ist der Look und der muss aussehen wie als wäre der Träger der jeweiligen Frisur gerade frisch aus dem Bett gestiegen und in diesem Bett liegt eine rassige Kolumbianerin mit langen Beinen und furchtbar appetitlichen Brüsten. Der Schwerpunkt der Frisur liegt eindeutig irgendwo oberhalb.
Eine halbe Tube Gel kann aus einem langweiligen Dorftrottel eine coole Rückennummer 6 machen. Das ist bewiesen (nehme ich mal an) und daher gehen Frauen auch nicht des Sports wegen zu so einem Spiel, sondern um die einzelnen Frisuren miteinander zu vergleichen und später einige interessante Schlüsse daraus zu ziehen. Ja, so ist es und so wird es auch immer sein.
Zwei Wochen nachdem Kai-Uwe sich von seiner Friseurin hat die Haare neu stylen lassen, konnte er die pummelige aber dennoch hinreißende Maren hinter dem Vereinsbus klar machen. Auf der anderen Seite war die Rückennummer 2 gerade mit Lucy-Woh beschäftigt.
Und Kai-Uwe war glücklich und kam schlussendlich doch noch zum Schuss.
Was haben wir also daraus gelernt? Fußballer inspirieren sich gegenseitig was ihre Frisuren betrifft.
Was ist es, woran man einen Fußballer noch erkennt, wenn es nicht die Haare sind?
Richtiiig!!!
DER GANG!!!
Der Gang eines Fußballers ist unverkennbar. Es war an einem Tag Ende Mai im letzten Jahr, an dem mir schlagartig bewusst wurde, dass Fußballer sich im Laufe ihrer Karriere tatsächlich einen sehr charakteristischen und für Außenstehende extrem markant erscheinenden Gang aneignen.
Ich saß auf dem Beifahrersitz eines Autos (Automarke wird nicht bekannt gegeben aus Rücksicht auf die betreffende Person), an einer Tankstelle irgendwo in der Nähe. Der offensive Mittelfeldspieler, mit dem ich unterwegs war, betankte gerade sein Auto. Sein gestyltes Haar glänzte in der Sonne, seine blauen Augen schimmerten. Ich dachte mir, dass ich mich glücklich schätzen könne mit so einem gut aussehenden jungen Mann noch so zwei oder drei Wochen meines Lebens verbringen zu dürfen. Und dann hing er den Tankrüssel zurück an seinen Platz und machte sich eiligen Schrittes auf den Weg zur Kasse.
Zunächst einmal glaube ich ja, dass ungefähr 69% aller Fußballer O-Beine haben. Wenn nicht von Geburt an, dann doch wenigstens irgendwann, nachdem sie ein paar Jahre nach einem Ball getreten haben. Und ich glaube, genau diese O-Beine zwingen die betroffenen Fußballer dann auch, zu gehen wie ein Hirni. Wie ein Hinterwälder, der erst vorgestern gehen gelernt hat. Als könnte der nächste Schritt bereits der letzte sein.
Das ist euch noch nicht aufgefallen? Dann setzt euch an eine Tankstelle oder irgendeinen öffentlichen Platz eurer Wahl und beobachtet mal so ein Schauspiel. Während eines Fußballspiels wird euch die markante Gangart nicht ins Auge fallen, denn da rennen diese hinreißenden Geschöpfe meist dem Ball nach. Oder sie springen, liegen alle Viere von sich gestreckt auf dem Rasen oder stehen vor dem Schiedsrichter und grölen rum.
Nur außerhalb seines Reviers fällt der Fußballer in diese leicht schlendernde, leicht taumelnde, trampeltiermäßige Gangart. Vielleicht liegt das an dem jahrelangen Fußballtraining. Wir wissen es nicht. Und – wie gesagt – es betrifft ja auch zunächst nicht jeden, sondern nur einen gewissen Teil.
Zuletzt noch eine Frage: Macht Fußball sexy?
Da der Fußballer in einer Herde auftritt und die ganze Herde meist so aussieht wie er selbst (etwas größer, etwas kleiner, plus minus 10 cm, das ist ja egal), wirkt das auf weibliche Zuschauer wie ein erotischer Schlag mit dem Hammer. Der weibliche Zuschauer ist dann oft so erregt, dass er noch vor Ende der zweiten Halbzeit fluchtartig den Sportplatz verlässt, um nach Hause zu gehen.
Oder weil der Freund gerade eine SMS schrieb, in der stand: Bin auf´m Schützenfest, hol mich hier ab, bin rappelvoll, liebe dich, Küsschen
Ja, so ist das mit den Fußballern, ihrer erotischen Ausstrahlung, ihren O-Beinen und ihren weiblichen Fans…ein Teufelskreis!!!
Zum Schluss möchte ich noch eins loswerden. Nicht jeder Fußballer sieht gut aus, nicht jeder Fußballer hat O-Beine, nicht jeder Fußballer hat einen weiblichen Fußballfan.
Ein Spiel dauert 90 Minuten und der Ball ist rund
Auf Wiedersehen!!!
P.S. Elf Freunde müsst ihr sein!!!

